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Lernende Stadt Gelsenkirchen! Bildung und Partizipation als Strategien sozialräumlicher Entwicklung.

Projektbeschreibung

Zum Hintergrund: Der Wettbewerb Zukunftsstadt 2030+

Wie sieht die Stadt von morgen aus? Um diese Frage drehte sich alles im Wettbewerb „Zukunftsstadt 2030+“, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Wissenschaftsjahr 2015 gestartet hat. Über 50 Kommunen hatten in der ersten Phase mit ihren wissenschaftlichen Partnern und der Stadtgesellschaft Visionen entwickelt. 23 von ihnen erarbeiteten dann in der zweiten Phase ein Planungs- und Umsetzungskonzept mit konkreten Maßnahmen. Als Verbundvorhaben ist die „Lernende Stadt Gelsenkirchen“ nun als eine von sieben Siegerkommunen in der finalen Wettbewerbsphase angekommen, in welcher in Reallaboren Lösungen erprobt und erforscht werden sollen. In Gelsenkirchen wird dabei die Frage nach einer zukunftsfähigen Kommune mit Partizipation und dem Konzept der „Zukunftsbildung“, welches sich am Leitbild der Bildung für nachhaltige Entwicklung ausrichtet, beantwortet.

Umsetzung im Reallabor

Die in der zweiten Phase geplanten Maßnahmen werden von den unterschiedlichsten Akteuren der Stadtgesellschaft in insgesamt 16 Bausteinen und vier Forschungssäulen umgesetzt. Die FH Dortmund hatte in diesem Prozess bereits die Fachgruppe „Stadtteile und Quartiere“ begleitet.

In vier Reallaboren

·         Partizipation im Quartier,

·         Lernorte und Lernlabore,

·         Digitale Stadt und

·         Stadt und Wissenschaft

arbeiten in der finalen Phase Stadtgesellschaft und Wissenschaft Hand in Hand in Fachgruppen zusammen. Darin geht es um Lernorte und neue Bildungsansätze, um Aneignungs- und Beteiligungsprozesse, um Digitalisierung und um die Zusammenarbeit von Stadtgesellschaft mit Wissenschaft. Als Verbundvorhaben (Stadt Gelsenkirchen, FH Dortmund, FU Berlin) werden nun in den nächsten Jahren „Bildung und Partizipation als Strategien sozialräumlicher Entwicklung“ ganz systematisch in den Blick genommen. Die ganze Stadt wird so quasi zu einem großen Reallabor. Zusammen mit der Stadtgesellschaft und weiteren Forschungspartnern werden mit den Bausteinen und unter dem Ansatz von „Zukunftsbildung“ neue Bildungsansätze erprobt, neue Instrumente getestet und Konzepte erarbeitet.

Teilvorhaben der FH Dortmund

Im Fokus der Arbeit der FH Dortmund stehen dabei Bildung und Partizipation. Das dreijährige Vorhaben ist mit seinen Teilbereichen Zukunftsbildung (Verantwortlicher: Marc Just) und Citizen Science (Verantwortliche: Kira Fink) am Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften der FH Dortmund angesiedelt und wird von Prof. Dr. Harald Rüßler geleitet.

In dem Forschungsbereich Zukunftsbildung wird das von der Stadt Gelsenkirchen bisher erarbeitete Konzept der Zukunftsbildung in den Blick genommen und insbesondere bezogen auf das Zusammenwirken formeller und informeller Bildung sowie Partizipation im Quartier untersucht.

Die FH Dortmund betreut dazu das Reallabor „Partizipation im Quartier“, hier geht es um die Erprobung neuer Bildungs- und Beteiligungsmodelle mit Quartiersbezug. In den Bausteinen werden u.a. Aneignungs- und Beteiligungsprozesse, Kompetenzerwerb, intergenerative und interkulturelle Quartiersgestaltung, das Zusammenspiel zwischen Quartiersakteuren, Verwaltung und Politik in den Blick genommen. Dazu werden die einzelnen Bausteine als Realexperimente verstanden, deren Umsetzung erprobt wird. Dabei sollen auch transformative Impulse aus der Wissenschaft eingebracht werden.

Die folgenden Bausteine sind Bestandteil des Reallabors Quartier, welches die FH Dortmund begleitet:

CommunityCenter

In Bulmke-Hüllen wollen wir mit einem Community-Center ein Lernendes Quartier schaffen.  Dazu wird ein ehemaliger Jugendtreff, das Alfred-Zingler-Haus, zu einer lebendigen Baustelle, an der verschiedenste Akteure, wie Initiativen, Nachbarn, Geflüchtete und Jugendgruppen, zusammenwirken. Hier werden Themen, wie soziale Integration, Zuwanderung, Partizipation und Teilhabe zum Forschungsgegenstand. 

Mobilitätslernen

In dem Baustein Mobilitätslernen wird modellhaft der Stadtteil Buer, von Kindern gemeinsam mit Älteren aus dem Quartiersnetz (Buer-Ost) erkundet, um Ideen für eine generationengerechte Verkehrsgestaltung zu entwickeln. Über das Quartier verteilt werden dazu Markierungen aufgestellt, um Ankerpunkte bei den Erkundungen zu finden. Eine Idee dafür sind Planetenmodelle, die maßstabsgerecht rund um ein Sonnenmodell auf einem Schulhof installiert werden. In dem Baustein geht es vor allem um die gemeinsame Gestaltung einer Mobilitätswende im Quartier. 

Quartiersvernetzung

Wir haben in Gelsenkirchen über 15 Quartiersinitiativen in unterschiedlichsten Formen und Stadtteilen. Mit dem Baustein Quartiersvernetzung werden Vernetzungs- und Lernmöglichkeiten für die verschiedenen Quartiersinitiativen geschaffen, indem zum einen Austausch- und Netzwerktreffen organisiert werden (allgemein und themenspezifisch) und in denen durch den Austausch gegenseitige Transfer-, Lern- und Hilfeprozesse angestoßen werden. Ergänzend dazu soll eine Homepage Kontaktmöglichkeiten zu den Initiativen schaffen. 

StartUp! Ückendorf  (mehreren Reallaboren zugeordnet)

In Ückendorf soll mit dem Baustein „StartUp!“ eine Ballung von mehreren Maßnahmen untersucht werden. Ausgehend von einem zentralen Büro mit Schulungsräumen werden gemeinsam mit Schulen, Jugendzentren, dem Wissenschaftspark und dem ZDI-Netzwerk die Themen MINT und digitale Bildung, individuelle Talentförderung, Schülerfirmen und Zukunft der Arbeit im Jugendbereich bearbeitet. Ein breites Bildungsnetzwerk wird sich dem Thema Zukunftsbildung widmen und dabei praxisnahe, zukunftsfähige Berufsorientierung durchführen. Handlungskonzepte, Blaupausen und Curricula sorgen für eine gewisse Übertragbarkeit. 

Gemeinsam mit Akteuren aus der Praxis dieser Bausteine werden in einer Fachgruppe begleitend zum Umsetzungsprozess ähnlichen Fragen, wie den Folgenden nachgegangen:

Wie kann gegenseitiger Austausch zwischen verschiedenen Initiativen den Lernprozess fördern und ehrenamtliches Engagement einfacher gestalten? Worin kristallisiert sich der Hilfebedarf bürgerschaftlicher Initiativen? Kann er durch kollegialen Austausch erfüllt werden? Welche Maßnahmen zur Unterstützung von Ehrenamt im Quartier kann die Verwaltung mit vergleichsweise wenig Aufwand leisten?

Der Forschungsbereich Citizen Science befasst sich mit der konkreten Zusammenarbeit zwischen Stadtgesellschaft und Wissenschaft. Dazu wird auf der einen Seite die Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Partner*innen und Akteuren der Stadtgesellschaft in den Fachgruppen der anderen Reallabore in den Blick genommen. Ziel hierbei ist die Weiterentwicklung des Citizen Science-Ansatzes im Sinne eines Konzeptes Citizen Science2.0 mit Gelingensbedingungen und Handlungsempfehlungen. Hierzu wird auch ein Dialog mit den am Vorhaben beteiligten Wissenschaftler*innen zur Erarbeitung von Qualitätskriterien für die Zusammenarbeit initiiert.

Auf der anderen Seit betreut dieser Forschungsbereich auch das eher Reallabor „Stadt und Wissenschaft“. Hierin geht es um die Erprobung und Etablierung neuer Formen und Strukturen der Zusammenarbeit. Dazu wird auch eine personelle Anlaufstelle als Schnittstelle zur Vermittlung der beiden Seiten gebildet. Die Koordination, Betreuung und Vernetzung der wissenschaftlichen Aspekte des Gesamtvorhabens der Lernenden Stadt läuft hier zusammen. In den zugeordneten Bausteinen geht es um die Systematisierung der Zusammenarbeit von Stadtgesellschaft und Wissenschaft und der Verbindung von Theorie und Praxis.

 

Die folgenden Bausteine sind Bestandteil des Reallabors Stadt und Wissenschaft, welches die FH Dortmund begleitet:

Kolleg21- Transfermodul

Mit dem Baustein „Kolleg21- Transfermodul“ soll die Lehre an verschiedenen Hochschule stärker mit der Praxis verschränkt werden. Dazu werden gemeinsam mit dem aGEnda21-Büro Lehrveranstaltungen und Praxisseminare insbesondere im Forschungsraum Ückendorf geplant und umgesetzt. 

Wissenschaftsplattform

Die internetbasierte Plattform dient dazu Wissenschaft und Stadtgesellschaft in den Dialog und Kooperation zu bringen. Hier können Forschungsinstitute, Hochschulen und Studierende ebenso wie Vereine, Organisationen und Bürger Forschungsbedarfe formulieren und auch finden. 

Zusammenarbeit Stadtverwaltung und WHS 

Die Zusammenarbeit der Gelsenkirchener Stadtverwaltung, mit der Westfälischen Hochschule soll in absehbarer Zeit systematisiert und verstärkt werden. Dabei sollen auch bereits bestehende Kooperationen ausgebaut und neue Potentiale beleuchtet werden. 

Gemeinsam mit den Akteuren aus der Praxis dieser Bausteine wird hier in einer Fachgruppe u.a. folgenden Fragen nachgegangen:

Wie kann die Zusammenarbeit zwischen Stadtgesellschaft und Wissenschaft systematischer vorangetrieben werden, so dass für beide Seiten ein Mehrwert daraus entsteht? Welche Rahmenbedingungen braucht es zur Umsetzung des Konzeptes Citizen Science 2.0?