Bachelor-Studiengang
"Soziale Arbeit" 1.2

 

Der Bachelor-Studiengang "Soziale Arbeit" 1.2 kann sowohl im Wintersemester als auch im Sommersemester begonnen werden.
Eine ausführliche Info-Broschüre zum Herunterladen finden Sie in der rechten Spalte.

Qualifikationsziele des Studiengangs

Soziale Arbeit ist eine Dienstleistung, die Menschen dabei unterstützt, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten und die vielfältigen Anforderungen zu bewältigen, die ihnen im Verlauf ihres Lebens begegnen. Soziale Arbeit beschäftigt sich in Theorie und Praxis insbesondere mit Problemen sozialer Benachteiligung von einzelnen Menschen und Gruppen in der Gesellschaft. Mit Bezug auf die „Global Standards of Social Work“ versteht sie sich als Menschenrechtsprofession.

Das Studium der Sozialen Arbeit vermittelt auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse professionelle Handlungskompetenzen zur Analyse von Vorgängen und Problemen im Sozialbereich, zum multiperspektivischen Denken und Handeln und zum Einsatz von Verfahren und Interventionen zur Bearbeitung und Bewältigung von individuellen und gesellschaftlichen Problemlagen in vielfältigen sozialen Praxiszusammenhängen. Das übergeordnete Qualifikationsziel des primär anwendungsorientierten Studiengangs ist die Berufs- und Beschäftigungsfähigkeit („employability“) unter besonderer Berücksichtigung der sich ständig wandelnden Entwicklungen und Anforderungen in den Arbeitsfeldern der Profession. Durch das erlernte Fachwissen und die methodischen Kenntnisse sowie die Entwicklung und Aneignung einer professionellen Haltung (Persönlichkeitsentwicklung und Berufsethik) sind die Studierenden befähigt, in der Praxis relevante Beiträge zur sozialen Teilhabe, Selbstbestimmung, zum gesellschaftlichen, solidarischen, zivilgesellschaftlichen Handeln, zur Ressourcenerschließung und zur Exklusionsvermeidung unter Achtung der Menschenwürde ihrer AdressatInnen zu leisten.

Das Studiengangskonzept

Der BA-Studiengang Soziale Arbeit gliedert sich in drei Studienabschnitte.

Im ersten Studienabschnitt werden in sieben Modulen grundlegende Wissenskompetenzen für die spätere Berufstätigkeit vermittelt. Diese beziehen sich zum einen auf das Wissen hinsichtlich der Sozialen Arbeit als Wissenschaft (W01) und auf das in der Sozialen Arbeit anwendbare Wissen relevanter Bezugswissenschaften, wie den Sozial-, Politik-, Kultur-, Rechts- und Erziehungswissenschaften, der Psychologie und Medizin (W03 bis W07). Weiterhin werden im ersten Semester im Modul „Professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit I“ (K02) Schlüsselkompetenzen für die sozialarbeiterische Praxis vermittelt. Diese Schlüsselkompetenzen werden im 3. Semester im Modul „Professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit II“ (K08) weiter mit dem konkreten Ziel der Vorbereitung des Praxissemesters vertieft.

Im Zentrum des zweiten Studienabschnitts und damit auch des 4. Semesters steht das Praxissemester (K09), das sich aus einem Praktikum im Umfang von 100 Tagen und einem Begleitseminar zusammensetzt. Der Umfang des Praktikums von 100 Tagen wird durch das Land NRW als Voraussetzung für die staatliche Anerkennung von SozialarbeiterInnen im Laufe des Jahres 2012 rechtskräftig festgelegt. Das Praktikum erfordert damit insgesamt einen Aufwand von 800 Stunden, die an vier Tagen in der Woche über einen Zeitraum von 6 Monaten abzuleisten sind. Der fünfte Tag der Woche steht für den Besuch des Begleitseminars zur Verfügung.

Im dritten Studienabschnitt, der sich auf das 5. und 6. Semester erstreckt, besteht für die Studierenden vor allem in den Modulen W10 und K11 die Möglichkeit inhaltliche Schwerpunktsetzungen bzw. Profilbildungen vorzunehmen. Im Modul W10 werden in den drei Teilgebieten „Sozialwissenschaftliche Inhalte/Diskurse in Theorie und Forschung“, „Zielgruppenspezifische Inhalte“ und „Rahmenbedingungen der Sozialen Arbeit“ unterschiedliche thematische Schwerpunkte in den Lehrveranstaltungen angeboten, die vertiefende Lehrinhalte vermitteln und so eine inhaltliche Profilbildung der Studierenden ermöglichen. Gleiches gilt für das Modul „Professionelles Handeln im Projekt“ (K11), in dem die Studierenden unter Anleitung der DozentInnen Projekte zu unterschiedlichen Themenfeldern durchführen. Die inhaltliche Ausrichtung der Projekte kann von den Studierenden im Rahmen der am Fachbereich existierenden thematischen Angebote ausgewählt werden. Im Modul „Professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit III“ (K12) werden die bereits in den Modulen K02 und K08 gelehrten Schlüsselkompetenzen der Sozialen Arbeit wieder aufgegriffen und vertiefend behandelt.

Den Abschluss des Bachelorstudienganges bildet das Modul W13, in dem die BA-Thesis angefertigt wird. Im 5. oder 6. Semester kann zur Unterstützung dieser weitgehend in Eigenarbeit zu erbringenden Leistung von den Studierenden je nach Bedarf entweder ein Bachelor-Vorbereitungs- oder ein Bachelor-Begleitseminar besucht werden. Das gesamte Bachelorstudium wird durch ein mündliches Kolloquium zur Bachelor-Thesis abgeschlossen.

Im Studiengang vermittelte Fach-, Methoden-, Lern- und Sozial-Kompetenzen

Die im Studiengang vermittelten Kompetenzen orientieren sich an dem Qualifikationsrahmen für Soziale Arbeit (Arbeitsgruppe Qualifikationsrahmen Soziale Arbeit des FBTS, 2006), in dem sieben Kompetenzfelder in der Sozialen Arbeit differenziert werden:

(1) Wissen und Verstehen/Verständnis,

(2) Beschreibung, Analyse und Bewertung,

(3) Planung und Konzeption von Sozialer Arbeit,

(4) Recherche und Forschung in der Sozialen Arbeit,

(5) Organisation, Durchführung und Evaluation in der Sozialen Arbeit,

(6) Professionelle allgemeine Fähigkeiten und Haltungen in der Sozialen Arbeit sowie

(7) Persönlichkeit und Haltungen.

Entsprechend dem im Qualifikationsrahmen für Soziale Arbeit formulierten BA-Level verfügen Absolventinnen und Absolventen im Kompetenzfeld „Wissen und Verstehen/Verständnis“ über ein Verständnis der allgemeinen wissenschaftlichen Grundlagen und Methoden der Sozialen Arbeit. Hierunter fallen sowohl Kenntnisse wichtiger Theorien, Modelle und Methoden der Sozialen Arbeit, als auch ein Bewusstsein über die umfassenden multidisziplinären Kontexte der Sozialen Arbeit. Hinsichtlich des zweiten Kompetenzfeldes können Absolventinnen und Absolventen auf dem BA-Level Prozesse, Methoden und Dienstleistungen der Sozialen Arbeit und ihrer Rahmenbedingungen kritisch analysieren und hierbei auch neue, unklare und ungewöhnliche Aufgabenstellungen bewältigen. Weiterhin besitzen Absolventinnen und Absolventen auf dem BA-Level die Fähigkeit, Planungen und Konzepte für Anforderungen der Sozialen Arbeit zu entwickeln und im Team, gegebenenfalls auch unter Beteiligung anderer akademischer oder professioneller Disziplinen, umzusetzen. Weiterhin sollen Absolventinnen und Absolventen auf dem BA-Level über Fähigkeiten zur effektiven Recherche von fachlicher Literatur und von Datenbeständen verfügen und diese für eine methodisch sowohl quantitativ, als auch qualitativ angelegte Praxisforschung nutzbar zu machen. Auf dem BA-Level des fünften Kompetenzfelds können Absolventinnen und Absolventen Maßnahmen in der Sozialen Arbeit theoretisch fundiert durchführen und die Effekte der Maßnahmen mit unterschiedlichen Methoden evaluieren. Als allgemeine Fähigkeiten verfügen Absolventinnen und Absolventen auf dem BA-Level über Teamfähigkeit, kommunikative Kompetenzen auch im Umgang mit Medien, Wissen über die Risiken und Grenzen des eigenen Handelns, Einsicht in die Interessenlagen unterschiedlicher Akteur- und KlientInnengruppen, ein Wissen über professionelle und ethische Standards der eigenen beruflichen Rolle, über Kompetenzen im Projektmanagement und der Personalführung sowie die Fähigkeit zur Aktualisierung des eigenen fachlichen Wissens und Könnens. Hinsichtlich ihrer persönlichen und haltungsbezogenen Kompetenzen können Absolventinnen und Absolventen auf dem BA-Level ihre Berufsrolle professionell ausführen, indem sie die Möglichkeiten und Grenzen ihres Handels durch selbstkritische und reflektierende Haltung selbstständig bestimmen.


gedruckt am: 16.01.2018  18:36