Beschreibung des Innovationsfeldes

„Die Zahl derer, die durch zu viele Informationen nicht mehr informiert sind, wächst.“ Rudolf Augstein

Vor dem Hintergrund einer stetig steigenden Menge an Informationen stehen Unternehmen vor der Herausforderung, die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Form, Menge und Qualität beim richtigen Benutzer verfügbar zu machen.

Neue Quellen für Unternehmensdaten bilden beispielsweise das Smart Grid (Versorger, Energie), die Kennzeichnung von Waren mit RFID (Handel, Transport), die Datenerfassung über die Gesundheitskarte (Gesundheit) oder auch die Erfassung und Überwachung von Serviceprozessen. Während die reine Erhebung und Speicherung der Daten mit verfügbaren Technologien umsetzbar ist, gerät die Verarbeitung, Aufbereitung (Veredelung), Analyse und Verbreitung derartiger Datenbestände zur Herausforderung. Bisherige Ansätze stoßen dabei an ihre Grenzen, was sich in niedriger Performance oder hohen Systemkosten niederschlägt. Dies ist eine Herausforderung, der sich der hier beantragte Forschungsschwerpunkt widmet.

Das Vorhaben knüpft dabei an neue Technologien zum Umgang mit den anwachsenden Datenströmen an, die derzeit Einzug in Anwendungen der Business Intelligence finden. Beispiele sind steigende Speicherkapazitäten und ein daraus resultierendes In-Memory Data Management, spaltenorientierte Datenbanken, steigende Rechenkapazitäten durch Cloud Computing und Multicore Architekturen oder Appliances (Integrierte abgestimmte Hardware/Softwarelösungen) sowie Serviceorientierte Architekturen.

Diese Technologien ermöglichen neue Potenziale im Umgang mit Informationen. Die bis dato existierende Trennung zwischen operativen (OLTP) und analytischen (OLAP) Datenbeständen soll hierdurch aufgehoben werden und rechenintensive fortgeschrittene Prognose-, Simulations- und Optimierungsverfahren zur Analyse und robusten Entscheidungsfindung werden ermöglicht. Eine Sicherstellung der Verfügbarkeit der Business Informationen erfolgt nutzergerecht durch Methoden des Service Managements auf neuen, ggf. kooperativen Plattformen.

Als Beispiele für solche Anwendungen können technische und betriebswirtschaftliche Planungssysteme (z.B. zur strategischen Investitionsplanung für Energieanlagen), Echtzeitaufbereitung von entscheidungsrelevanter Information (Real-Time Business Intelligence), Kooperationsplattformen zur Verbreitung (CSCW- und Wissensmanagementsysteme), Simulation von IT-Servicemanagementprozessen als Einführungs-, Optimierungs- und Trainingshilfsmittel, Configuration Management Systeme (CMS) mit einer Configuration Management Database (CMDB) und weiteren Datenbanken als zentralem Informationssystem aller internen und externen IT-Services genannt werden. Damit verbunden ist die Methodik zum Aufbau derartiger Systeme, die sich im Spannungsfeld zwischen den Geschäftsprozessen des Unternehmens und der verfügbaren IT-Technologie bewegt.

In dem beantragten Forschungsschwerpunkt intelligent Business Information Services werden in dem Beispielanwendungsfeld E-Energy diese Techniken als Schlüsselelemente eingesetzt.