Was ist Energiewirtschaft?

Die europäische Stromwirtschaft ist im Wandel. Durch die Aufhebung geschlossener Versorgungsgebiete und den Auftritt unabhängiger Marktteilnehmer entsteht eine bisher ungewohnte Wettbewerbssituation, so dass neben der technischen verstärkt eine betriebswirtschaftliche Sichtweise in den Vordergrund rückt. Besonders spannend macht diesen Wettbewerbsmarkt, dass er sich auf der Basis des regulierten Stromnetzes entwickelt, bei dem jederzeit Erzeugung und Abnahme im Einklang stehen muss. Für die Energiewende sollen in Deutschland dann auch noch verstärkt Energieformen, wie Wind und Sonne genutzt werden, deren Aufkommen nicht beeinflussbar ist. Zudem findet die Energieerzeugung zunehmend nicht mehr dort statt, wo die Leistung aktuell benötigt wird, so dass Transporte über weite Strecken notwendig werden.

Es stellen sich damit neue Fragen: Welche Folgen hat die Energiewende auf die Entwicklung des Strommarktes? Welche Kostenbestandteile hat der Strompreis? Wie funktioniert überhaupt der Handel an der Strombörse? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gibt die Energiepolitik vor? Welchen Beitrag können Kommunikationstechnologien zur Erhöhung der Intelligenz der Versorgungsnetze leisten, um den neuen Anforderungen nicht nur durch Netzausbau gerecht zu werden? Mit diesen Fragen und damit verbundenen Aufgabenstellungen beschäftigt sich die Energiewirtschaft.

Parallel zum Umbruch im Energiemarkt werden in diesem Berufsfeld daher neue Kompetenzen erwartet: Die veränderten und neuen Aufgabenfelder erfordern Ingenieurinnen und Ingenieure mit wesentlich gestärktem energiewirtschaftlichen Hintergrund. So müssen Energiemaklerinnen und Energiemakler Preisbildungssysteme und Wettbewerbsinstrumente ebenso beherrschen und Risiken kalkulieren wie sie komplexe energietechnische Zusammenhänge im Hinblick auf Netzzugangs- und Durchleitungsbedingungen bzw. -entgelte zu behandeln haben.


gedruckt am: 26.09.2018  14:44