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Wissenschaften am Fachbereich Design

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zuletzt geändert am:

  • 14.08.2018

WISSENSCHAFTEN am Fachbereich Design

I. Designwissenschaft

Das Theorieangebot Designwissenschaft geht einer doppelten Wirksamkeit von Gestaltung nach. Einerseits sagen Artefakte etwas über uns aus, über unsere Bedürfnisse, unser Denken und unser kommunikatives Miteinander; gleichzeitig wirken sie aber andererseits auch auf uns zurück: durch ihre Beschaffenheit und ihre Gebrauchsweisen verändern sie unser Miteinander ebenso permanent wie unser Selbstverständnis. Ein Forschungsschwerpunkt richtet sich demnach auf die Bedingungen von Gestaltung – also auf Faktoren, die Einfluss auf die Entstehung wie auch auf die Rezeption von Artefakten haben. Dabei steht weniger die Interpretation bestimmter Werke oder Produkte im Vordergrund (Werkästhetik), sondern vielmehr die Bestimmung derjenigen Voraussetzungen und Einflüsse, die auf Entwurf, Produktion und Interpretation einwirken (Bedingungsästhetik). Indem die Mechanismen und wechselseitigen Bedingungen gestalterischer Prozesse erkundet und benannt werden, zeichnet sich zukünftiges Gestalten ebenso ab wie unser zukünftiges Miteinander.
In Fortführung der Forschung des emeritierten Professors Heiner Wilharm wird Designpraxis zudem als ereignishafte szenografische Gestaltungstätigkeit untersucht und vermittelt.

Das spezifische Studienangebot am Fachbereich Design der FH Dortmund berücksichtigend, sind neben dreidimensionalen Objekten und Raumkonzepten insbesondere zweidimensionale Artefakte sowie audio-visuelle Erscheinungsformen Gegenstand der wissenschaftlichen Betrachtung.
Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf digitalen und interdisziplinären Formaten und Anwendungen. Dem heterogenen Forschungsgegenstand entsprechend, finden in Lehre und Forschung Ansätze aus der Medien- und Kunstwissenschaft ebenso Verwendung wie aus Informatik, Semiotik, Soziologie und Philosophie. In der Ausrichtung anwendungsorientiert, engagiert sich das Fachgebiet Designwissenschaften der FH Dortmund an der spezifischen Theoriebildung des Faches und unterstützt die Initiative „Design promoviert“.

Vertretungs-Professor Dr. Marcel René Marburger M.A.

II. Medienwissenschaft & Medienphilosophie

Die Medienwissenschaft am Fachbereich Design analysiert, interpretiert und strukturiert die Geschichte, Methoden, Argumente und Dokumente der in den einzelnen Fachrichtungen angebotenen technischen und sprachlichen Medien: Film/ Bewegtbild, Fotografie/ visuelles Material, Grafik/ Typografie, Objekt/Raum. Die diskursive Auseinandersetzung folgt der Unterscheidung von informativen und kommunikativen Vermittlungen/ Medialisierungen. Erstere bedienen die maschinellen, technischen und zahlenbasierten Vermittlungen (Informatik), letztere die menschlichen Vermittlungen.

Der im Fachbereich Design avisierte Schwerpunkt der kommunikativen Vermittlungen fragt danach, was jeweils als unaushaltbare Extreme der gesellschaftlichen Entwicklung in Medien vermittelt werden muss und kann, um in narrativer, dramatisierter Inszenierungsform verhandelbar zu werden und den Status von Dauer (Vertrauen, Wissen) zu erlangen. Medien sind die ökonomisierte Form sozialer Stabilisierung, die jedoch in der technischen Medienproduktentwicklung zunehmend ihre Stabilität instabil halten, um – wider den notwendigen technisch-physikalischen Normierungszwängen – Aufmerksamkeitswerte (z. B. Skandale, Krisen, Dramen) zu lancieren.

Die medienphilosophische Auslegung versucht zu verstehen, welche zivilisatorischen und kulturellen Praktiken Medien etablieren, indem sie das nicht Vermittelbare (Krieg, Geschlechterverhältnisse, Ungerechtigkeit, Nichtidentität etc.) zur ästhetischen, ethischen, politischen, kommunikativen, eben identischen Tauschform transformieren. Medien werden demnach im Studienangebot als soziale Vereinbarungs-, Anerkennungs- und Codierungsformen (Sprachen) erklärt, die die Instabilität Differenz erzeugender Individualitäten und Zufälle in sozial aushaltbare Inszenierungsformen – vornehmlich ästhetisierter Art – überführen.

Prof. Dr. Dipl.-Des. Ralf Bohn

III. Kunstwissenschaft und Visuelle Kultur

Die Fachgebiete Kunstwissenschaft und Visuelle Kultur befassen sich als Theoriefächer innerhalb der Geistes- und Kulturwissenschaften mit den Bildenden Künsten vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart – vornehmlich fokussiert auf den europäisch-amerikanischen Kulturkreis und seine weltweite Ausstrahlung seit dem Zeitalter des Kolonialismus sowie auf die internationale Moderne und globalisierte Gegenwart.

Kunstwissenschaft und Visuelle Kultur umfassen dabei die künstlerisch-gestalterischen Gattungen Architektur, Skulptur/Plastik, Malerei, Graphik, Alltagskultur und das sogenannte Kunstgewerbe, Fotografie, Film, Videokunst, Mixed-Media, Digital Arts, Environment und Installation, Gesamtkunstwerk, Ausstellung und Szenografie, Performance, Popkultur und viele mehr; die Grenzen zu den Designwissenschaften, Medienwissenschaften, Ethnologie, Anthropologie oder auch zur Allgemeinen Bildwissenschaft werden dabei zunehmend fließend.

Laut VDK erfüllen Kunstwissenschaftler*innen heute die besondere Aufgabe und den gesellschaftlichen Auftrag, die aus der Vergangenheit und jüngeren Gegenwart überlieferten Werke und Werkkomplexe – vom isolierten Einzelstück bis hin zum gewachsenen Ensemble und vernetzten Gegenstand – zu erhalten, zu sammeln, zu dokumentieren und auszustellen; in der Erforschung möglichst umfassend zu deuten, zu erklären, kulturgeschichtlich zu kontextualisieren und zu vermitteln, und damit gegenwärtig wie auch für die nächsten Generationen lebendig zu erhalten.

Die Fachgebiete Kunstwissenschaft und Visuelle Kultur haben dafür im Laufe ihrer langen Historie an westlichen Akademien, Hochschulen und Universitäten ein spezifisches methodisches Instrumentarium und vielfältige Diskurse zur differenzierten Erforschung, Analyse, Interpretation und Dokumentation (audio-)visueller Artefakte wie komplexer Gesamtkunstwerke ausgebildet, die gerade auch für die künstlerisch-gestalterischen Praktiken der Gegenwart eine einzigartige Schlüsselkompetenz darstellen.

Als Bestandteil einer allgemeinen kulturellen Bildung konzentrieren sich die am Fachbereich Design der Fachhochschule Dortmund angebotenen Theoriekurse der Kunstwissenschaft und Visuellen Kultur deshalb hauptsächlich auf das Sehen, Beschreiben, Analysieren, Interpretieren, Kontextualisieren, Dokumentieren Vermitteln und Reflektieren von Artefakten aus Geschichte und Gegenwart.

Prof. Dr. Pamela C. Scorzin M.A.


gedruckt am: 17.12.2018  20:18