Ringvorlesung

Arwed Messmer / Das latente Bild des Archivs // 19:00 Uhr / 30.01.19

Er widmete sich nach seinem Studium seit Mitte der 1990er-Jahre als dokumentarischer Stadtfotograf den Veränderungen Berlins. Seit 2006 setzt er sich zunehmend mit gebrauchsfotografischen Bildsammlungen aus staatlichen Archiven auseinander. Andere, nicht gesehene Bilder einer bestimmten Zeit und Epoche ans Licht zu bringen, unseren Bildhaushalt signifikant zu erweitern – dies verbindet zahlreiche Projekte des Fotografen und Bildarchäologen Arwed Messmer, die dieser in den vergangenen zehn Jahren, zum Teil in Kooperation mit der Autorin Annett Gröschner, unternommen hat.

Entstanden sind umfangreiche Ausstellungen und Publikationen zum Ost-Berlin der 1950er-Jahre, zur frühen Berliner Mauer, als auch zu den Archiven der Staatssicherheit.

In der aktuellsten Arbeit RAF – No Evidence / Kein Beweis, die er neben weiteren Projekten vorstellen wird, widmet Messmer sich dem, für die bundesrepublikanische Geschichte so wichtigen Jahrzehnt von 1967 bis 1977. Wie schon in den vorausgegangenen Projekten besteht sein Ausgangsmaterial aus staatlich in Auftrag gegebener, nun funktionslos gewordener Gebrauchsfotografie – in diesem Fall sind es Aufnahmen von Polizeifotografen zum westdeutschen Linksterrorismus, die er in den großen deutschen Bundes- und Staatsarchiven gesichtet, recherchiert, gescannt und neu editiert hat. Messmer stellt diesen Bildern die Frage, wie die ehemalige kriminalistische Spurensuche heute als künstlerische Recherche produktiv werden kann – im Sinne einer anderen Erkenntnis dieser Zeit.

Weiterer Informationen über Arwed Messmer findet Ihr auf seiner Homepage arwedmessmer.de oder bei uns auf dem Blog.

Mittwoch, 30.01.2019, 19:00 Uhr, Schachbrettraum, Fachbereich Design, Max-Ophüls-Platz 2, Dortmund

Hinweis: Aufgrund einer beinahe Parallelveranstaltung in der Aula von Ovis Wende (nicht als Ringvorlesung anrechenbar) ziehen wir diesmal in den Schachbrettraum und starten dort erst um 19 Uhr.