5. Symposium zur Theorie und Praxis der Szenografie

Das Thema des diesjährigen Symposiums zur Reflexion szenografischer Gestaltung und Intervention im öffentlichen Raum widmet sich dem Zusammenhang von Szenografie und 'politischer‘ Einflussnahme. Weniger die Inszenierung der Politik selbst steht dabei im Mittelpunkt des Interesses als die medien- und gestaltungsspezifischen Inszenierungstechniken der Einflussnahme, der Überzeugungs- und Affektsteuerung. Verständlicherweise vermittelt die Szenografie entsprechend medialer Eingriffe der 'unsichtbaren Hand' nur ungern mit der Botschaft auch die Inszenierungs-Expertise. Im Gegenteil scheint es hier eine Bedingung der Kommunikationsplanung, die tatsächlichen Absichten der Intervention mit gestalterischen Mitteln zu überspielen und die Inszeniertheit des Auftritts verschwinden zu machen. Dies mag die szenografischen Strategien von denen unterscheiden, die in den abgesteckten Bezirken von Kunst, Design oder Medien verbreitet sind. Zumindest soweit es dort ausdrücklich um kunst-, design- und medienspezifische Zwecke geht, um Erbauung, Unterhaltung, Werbung, erwartet das Publikum, dass inszeniert wird und sieht sich nicht bei der Erwähnung dieses Umstands getäuscht. Anders die Erwartungen, wenn der öffentliche Diskurs mündiger Bürger betroffen ist. Hier führt die aufgedeckte Inszenierung zu Vertrauensverlust, die nicht entdeckte zu Konsequenzen, die kaum zu überzusehen sind und unsere Diskussionen im Detail beschäftigen werden. Die Vorträge zum Symposium 2013 widmen sich an ausgesuchten Inszenier-ungsbeispielen den Verdeckungsstrategien und den Subtilitäten der Gewaltan-wendung durch ästhetische Formatierung und szenografische Programmierung von Information, Kommunikation und Vermittlung. Die Vorträge konzentrieren sich auf Beispiele aus Kunst und Gestaltung, Medien und Museum, auf Social Media und digitale Kommunikation, auf Ethik und Ethik-Expertise, internationale Politik und Friedensengagement, schließlich auf kunst- und sozialwissenschaftliche, philosophische, medientheoretische wie medizinische und psychopathologische Hintergründe der Thematik.

PROGRAMM

Das vorerst letzte Symposium zur Theorie und Praxis der Szenografie in Dortmund schließt den mit der Einrichtung des Masterstudiengangs “Szenografie und Kommunikation“ an der Designfakultät der FH 2006 ins Auge gefassten Zyklus programmatischer Theorieveranstaltungen – nach “Inszenierung und Ereignis“ (2007), “Inszenierung und Vertrauen“ (2009), “Inszenierung der Stadt. Urbanität als Ereignis“ (2010) sowie “Inszenierung und Effekte. Die Magie der Szenografie "(2011). Zu jedem dieser Themenkreise ist ein umfangreicher Aufsatzband in der von Ralf Bohn und Heiner Wilharm bei transcipt, Bielfeld, herausgegebenen Reihe “Szenografie und Szenologie“ erschienen. Der Band zur diesjährigen Veranstaltung erscheint im Frühjahr 2015.

Ein Überblick über alle Bände der Reihe finden Sie unter http://www.transcript-verlag.de/main/kul_sze.php

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