Forschungspräsentation von IIP

Im Rahmen des 2. internationalen Szenographie-Symposiums des FB Design der FH Dortmund wird Prof. Lensing eine Forschungspräsentation des Forschungs- und künstlerischen Entwicklungsprojekts IIP (interaktive, intermediale Performance)  durchführen.

Aus Mitteln der HIFF fördert die FH-Dortmund aktuell das Forschungs- und  künstlerische Entwicklungsprojekt IIP (interaktive, intermediale Performance)  von Prof. Lensing aus dem FB-Design.

Die ebenfalls geförderte Forschungsarbeit an PCI (Performer Computer Interaction) von 2004 fortsetzend beschäftigt sich IIP mit der durch Sensoren erfaßten  Bewegung von Bühnenperformern, welche Videobilder und elektronische Musik  in Echtzeit mit ihrer Bewegungsdynamik steuern.

Die Philosophie hinter diesem Geschehen ist der leere Raum, der erst durch den  in ihn tretenden Menschen zum Aktionsraum wird. In konventionellen Bühnenkonzepten betritt der Performer einen gestalteten Raum und bewegt sich nach vorgegebener Musik. Er paßt sich also in seiner Aktion räumlich, wie zeitlich einer von außen vorgegebenen Struktur an. Im IIP-Konzept kehrt sich diese Abhängigkeit um. Erst durch seine Anwesenheit im Raum entsteht ein durch ihn ausgelöster szenographischer, wie akustischer Raum. Erst durch eine körperliche Aktion in diesem Raum, welche sich dynamisch in der Zeit verstärkt und abschwächt entsteht eine zeitliche Strukturierung von Klang und Videoaktion.

Dabei treffen sich Ansätze der „Musique Concrete“ mit elektronisch-interaktiver  Musik genauso, wie Theorien des „absoluten Films“ in Fortsetzung mit modernen Echtzeittransformation durch Computer. Für diese Form der intermedialen Durchdringung von Live-Performance mit Medien sucht man aktuell nach der richtigen Bezeichnung und pendelt dabei zwischen Begriffen wie „Intermedia“, „Multimedia“, „Digital Dance“, „Interactive electronic dance“ und vielem mehr.

Viel spannender als die richtige Genrebezeichnung für diese Art von intermedialem Tanzkonzert ist das Entdecken von Regeln der Spielbarkeit einer solchen Aktion. Tänzer sind ausgebildet, sich körperlich gut nach Musik bewegen zu können. Musiker sind ausgebildet Musik zu spielen, sich dabei aber kaum kör-
perlich, tänzerisch zu bewegen. Mit Video- oder elektronischer Musik beschäftigte Kreative sind oft Spezialisten für Programmierung, aber selten Performer oder spielende Musiker. Wie entsteht unter diesen Voraussetzungen tatsächlich ein Live-Konzert von spielenden Programmierern mit Performern, die Tänzer und Musiker in Personalunion sein müssen?

Diese Fragestellung ist Kern der Beschäftigung in IIP. Erste intermediale Kompositionen, welche in der Live-Aktion genügend Spielraum für improvisierendes Agieren und Reagieren bieten, werden im ersten Teil von „Suite intermediale“ vorgestellt.

 

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