Prof. Achim Löf

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Lehre

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Die Bauhütten kannten keine Trennung von Architekt und Ingenieur. Die Trennung erfolgte erst im 19.Jahrhundert mit der industrialisierten Herstellung neuer Baustoffe und deren Verwendung. Neue Konstruktionen wurden entwickelt und zur Jahrhundertwende 19./ 20. Jahrhundert begann die Gebäudetechnik, ein eigenständiges Gebiet beim Bauen zu werden. Vorher gab es kaum Haustechnik, Klima und Licht wurden durch die Baukonstruktion des Gebäudes selbst gelöst. Heute besteht ein modernes Bürogebäude z.B. zu mehr als der Hälfte aus Ausbau und Technischem Ausbau.

In den letzten 150 Jahren wurden durch Ingenieure (nicht-Architekten) hervorragende Bauten, Baumethoden und technische Einrichtungen entwickelt. Allerdings führte die Aufteilung in Fachdisziplinen auch verstärkt zu einem Verlust einer umfassenden Sicht in der Planung von Gebäuden und oft zu einem Rückzug von Architekten aus den technischen Gebieten.

Die Abhängigkeit der Disziplinen untereinander wird heute vermehrt erkannt. Der Architekt, der am Scheideweg steht, ob er sich auf das visuelle Design zurückziehen soll, oder ob er seine Rolle umfassend sieht, erkennt die Chancen, die in einem ganzheitlichen Entwurfsansatz für Gebäude liegen.

Die Herstellung eines Innenraumklimas im Gegensatz zum Wetter draussen ist der ursprüngliche und auch heute noch primäre Zweck von Architektur. Dieses Klima wird wie das Licht im Innern eines Gebäudes durch gebäudeplanerische, baukonstruktive, baustoffkundliche und bauphysikalische Aspekte und durch Aspekte der Technischen Gebäudeausstattung bestimmt. Dabei treten diese Komponenten verstärkt in Abhängigkeit zueinander. Der Einfluss baukonstruktiver Teile des Gebäudes wie Fassaden-, Decken- und Innenwandkonstruktionen auf das Raumklima und die Tageslichtbelichtung von Räumen wird vermehrt erkannt. Gebäudeteile erhalten mehrere Funktionen und es wird nicht mehr ein "Gerät" für eine Anforderung eingesetzt. Wir können die gebäudeplanerischen, baukonstruktiven und technischen Elemente eines Gebäudes umfassend entwerfen und in einen sinnvollen Zusammenhang setzen.

Dem Architekten steht heute mehr als der „Rohbau" zur Verfügung, um die klimatischen und lichttechnischen Eigenschaften eines Gebäudes zu bestimmen. Der Technische Ausbau sollte nicht dazu dienen, planerisch nicht hinlänglich bedachte Dinge zu kompensieren. Die wirksamste Art umweltverträglicher zu bauen entsteht durch das intelligente Zusammenspiel von Entwurf, Baukonstruktion/Bauphysik, Ausbau und Technischer Gebäudeausstattung.

Das Gebäude ist das Gerät.