2. Dortmunder Bauforum

Experten gaben Tipps für die Praxis

Teure Sanierungen durch Baumängel und Gesundheitsbelastungen durch Schimmelbildung ließen sich oft vermeiden. Beim 2. Dortmunder Bauforum tauschten sich an der Fachhochschule Dortmund mehr als 200 Fachleute über die Neuerungen der kürzlich erlassenen Richtlinie für wasserundurchlässige Bauwerke (WU-Richtlinie) aus. Anhand konkreter Schadensbeispiele und vieler Baustellenfotos wurde gezeigt, welche Fehler bei Planung und Bauausführung zu undichten Konstruktionen und feuchten Wänden führen.

Namhafte Experten aus Forschung, Industrie und renommierten Ingenieurbüros sprachen am 20. Februar beim jährlich stattfindenden Dortmunder Bauforum an der Fachhochschule Dortmund, dieses Jahr mit dem Thema „WU-Konstruktionen richtig geplant und ausgeführt“. Neben einer Einführung in die grundlegenden Neuerungen der WU-Richtlinie (Dr.-Ing. Diethelm Bosold, InformationsZentrum Beton GmbH) wurden verschiedene Schwerpunkte des neuen Regelwerks erläutert, beispielsweise die Bedarfsplanung (Dr.-Ing- Dennis Kiltz, Leiter der Bauberatung des Deutschen Beton- und Bautechnik-Vereins) oder die Bemessung und die Entwurfsgrundsätze (Dr.-Ing. Hans-Jürgen Krause, Kempen Krause Ingenieure GmbH).

Typische Fehler auf Baustellen

Zu den typischen Fehlern auf Baustellen – so die Hinweise zur baupraktischen Umsetzung (Dipl.-Ing. Michael Müller, Wewaton GmbH) – zählen auch scheinbar banale Details: etwa die Beseitigung von Verschmutzungen, das Betonieren mit zu großer Fallhöhe und Fehler beim Verdichten des Betons. Der Gründer und Veranstalter des Bauforums, Prof. Dr.-Ing. Rainer Hohmann von der Fachhochschule Dortmund, informierte in seinem Vortrag über die Regeln bei Ausbildung und Abdichtung von Fugen. Der Blick für das Detail ist im Bauwesen wichtig. Denn nicht fachgerecht ausgeführte Fugen können gravierende Folgen haben: Feuchteschäden und teure Sanierungen.

Haftungsrisiken für Ingenieure und Architekten

Auf Schadensfälle folgende Prozesse können langwierig sein. Dr. Christian Preetz von der Kanzlei Buse Heberer Fromm legte gemeinsam mit Ass. jur. Ulrich Langen von dem Haftpflichtversicherer AiA AG dar, welche Haftungsrisiken für Ingenieure und Architekten bestehen und wie diese eingeschränkt werden können. Der Einsatz etwa von Frischbetonverbundsystemen (Prof. Dr.-Ing. Thomas Freimann, TH Nürnberg) muss mit einer entsprechenden Aufklärung verknüpft sein. Denn das vielversprechende Verfahren zur ergänzenden Abdichtung ist bislang in keinem Regelwerk berücksichtigt und gilt – wie alle Innovationen – noch nicht als „anerkannte Regel der Technik“.

Auf der begleitenden Fachmesse stellten namhafte Hersteller von Abdichtungssystemen und WU-Planern ihre Produkte und Dienstleitungen vor.

...weitere Impressionen und Eindrücke


gedruckt am: 19.07.2018  01:43