Freies Zeichnen

Das freie Zeichnen ist für den Architekten eine unabdingbare Grundlage und setzt ständiges Training (Übung) von Geist und Hand voraus (Führung eines Skizzenblocks). Die zeichnerische Spurensuche ist geprägt durch die intensive Auseinandersetzung mit den verschiednen Zeichenmaterialien, besonders dem Bleistift und den damit verbundenen differenzierten Ausdrucksmöglichkeiten, sowie den grundlegenden strukturellen Darstellungsmitteln beim Zeichnen, wie Punkt - Linie - Fläche - Hell/Dunkel.

Die Beschäftigung mit Oberflächenstrukturen verschiedenster Materialien in Natur und Architektur, sowie das gegenständliche Zeichnen runden das Spektrum ab.
Übungsthemen:
1. Linienspiel
2. Darstellungsstrukturen
3. Material
Sachzeichnen
Naturstudium im Rahmen des Jahresarbeit Baum + Stadtraum

Dabei spielt das instruktive Zeichnen, verbunden mit dem Beobachten und Erfassen von Fügungsprinzipien, Proportion, Komposition, Plastizität und Körperlichkeit, wie auch das konstruktive Zeichnen zur Steigerung des Vorstellungsvermögens und der Phantasie, eine wichtige Rolle für den Studierenden.

Architekturzeichnen

Der unmittelbare Kontakt mit hervorragenden Einzelbauten und städtebaulichen Räumen soll das Interesse für das Architekturzeichnen steigern.
Die Skizzen der baulich - räumlichen Situationen sind nicht bildhafter Selbstzweck, sondern Mittel zur Veranschaulichung von der Umwelt.
Die sinnliche Wahrnehmung der Zusammenhänge von Form und Inhalt, Material und Farbe, verschafft dabei Einblick in Gesetzmäßigkeiten wie Maßstab, Proportion, Gliederung u.v.a.m.

Der Architekt begnügt sich dabei nicht mit der äußeren Erscheinung eines Gebäudes oder Raumes, sondern stellt sich bei allem, was ihn interessiert, die Frage: Wie ist das gemacht? Durch welche konkreten baulichen Mittel wird dieser oder jener Eindruck oder Wirkung erzeugt.
Dazu muß er um ein Gebäude herumgehen, eine Platzanlage durchschreiten, Materialien anfassen, abtasten, aber auch die Dinge in ihrem kulturellen Bezug sehen und verstehen lernen. Erst durch ständiges Analisieren mit Hilfe entsprechender Skizzen kann er sich die komplexe Qualität gebauter Formen und Räume einprägen.

Das Bauwerk und seine räumlichen Bezüge auf das Wesentliche zu bringen, ist hier die Kunst.

Sichtbar bleibende Horizontlinien, Fluchtlinien, Veränderungen von Standpunkten, Weglassen von Nebensächlichkeiten, Erläuterung durch Nebenskizzen und geschriebene Worten u.v.a.m. sind erlaubt, ja gewünscht und erhöhen den speziellen Wert der Zeichnung. Es wird keine graphische oder malerische Skizze angestrebt. Jedes Skizzenblatt soll zeigen: das war die Sicht eines Architekten. So kann aus dem Betrachten ein Wahrnehmen und daraus ein Erkennen werden.

Architekturzeichnen / Blockseminar Eichstätt

Zeichnen - Exkursionen sind notwendige Ergänzungen der Lehre an einer Architekturfakultät und erfreuliche Unterbrechungen des routinierten Hochscchulalltags.

Die kontinuierliche Arbeit an einem Thema über einen längeren Zeitraum ist für die Studenten des zweiten Semesters besonders vorteilhaft. Sie ermöglicht gleichzeitig die Anwendung und Überprüfung der bis dahin erlangten Kenntnisse. Die ganzheitliche Auseinandersetzung mit der gebauten Umwelt aus Vergangenheit und Gegenwart hilft uns dabei, neue Vorstellungsbilder zu erlangen, die die eigene theoretische und praktische Arbeit unterstützen.

Einsicht und Verständnis für den gebauten Raum korrigieren fertige Vorstellungen, erhärten individuelle Erkenntnisse, fördern kritische Verhaltensweisen und ermöglichen Kreativität in unserer Arbeit.

Die Barockstadt Eichstädt mit ihren architektonisch interessanten Raumfolgen, ihren vielen neuen Bauten und Einfügungen des Diözesanbauamtes unter Leitung von Prof. Schattner, ab 1990/91 Karl Frey, sowie den zahlreichen anderen neuen Bauten, stellvertretend sei hier nur die Universitätsbibliothek von den Architektn Prof. Behnisch & Partner genannt, bietet mit dieser Fülle an herausragender moderner Architektur in historischer Umgebung eine anregende Gelegenheit, berufspezifisches Sehen und Denken mit dem Bleistift zu üben.