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Studieninhalte

Baugeschichte / Städtebaugeschichte / Denkmalpflege

Im Fach Baugeschichte (und in der Städtebaugeschichte) stehen das Erkennen und Verstehen existierender (oder ehemals existierender) Bauten und Stadtstrukturen im Mittelpunkt. Darin unterscheidet sich Baugeschichte grundsätzlich von anderen Fächern, in denen es um die Vermittlung aktuellen Wissens und um das Zusammenführen von Wissen z.B. im Entwurf oder im konzeptionellen Projekt geht..


Vorlesung Baugeschichte

Die Vorlesung vermittelt Baugeschichte vom ausgehenden Mittelalter bis in die Moderne in einem chronologischen Überblick. In Einzelthemen wird darüber hinausgegangen: in die klassische Antike, zur frühchristlichen Architektur, in Bezug auf Methoden der Kunstgeschichte oder sozialgeschichtliche Zusammenhänge, oder betreffend Bauen und Planen im Dritten Reich. Fragen zur Vorlesung sind jederzeit möglich. Die Vorlesung zielt schwerpunkthaft auf den sich wandelnden Begriff von Architektur, auf Epochen, typische Bauten, Entwicklungen in der Bautechnik und in der Architektenausbildung, auf Theorien über Architektur und Entwerfen, auf die Art des Sehens, auf Methoden und auf Architekten; Städtebauliches ist einbegriffen.

Die Seminare zielen demgegenüber objekt- bzw. projektbezogen auf die Anwendung des erlernten Wissen, auf Vertiefung des Vokabulars, auf Einübung von Methodischem und auf die Diskussion um den aktuellen Stellenwert bauhistorischen Wissens. Der Stoff der Vorlesung wird nicht in den Seminaren wiederholt; jedoch gibt es enge thematische Bezüge. Der Vorlesungsstoff wird sowohl in den Seminaren als auch für die Fachprüfung vorausgesetzt. Weiterführende Literatur zur Vorlesung wird regelmäßig genannt.

Zum einführenden Lesen werden empfohlen:

1. Der Reader Baugeschichte

2. Der dtv-Atlas zur Baukunst

3. Koepf / Binding, Bildwörterbuch der Architektur

Seminare Baugeschichte / Städtebaugeschichte

Seminare über zwei Semester

Die Seminare im Fach Baugeschichte setzen zwei Schwerpunkte: Einmal geht es ganz handfest um das Erkennen, Benennen, Beschreiben, Analysieren und Bewerten eines historischen Gebäudes; zum anderen um das Ergründen von Architektur, über Themen aus dem Kreis der Architektur- und Entwurfstheorie, um die Auseinandersetzung mit Leben und Werk eines Architekten, mit Schulen, Strömungen und Sichtweisen. Ganz allgemein um das Verstehen von Architektur.

Im Wintersemester fangen wir klein an, versuchen uns - zuerst ungeübt - an der Beschreibung eines Gebäudes, setzen uns mit Methoden und Begriffen auseinander, gewinnen einen ersten Überblick über die Literatur und lernen Fachvokabeln. Im Ergebnis, zu Ende des Wintersemesters, wird die Dokumentation eines einfachen Gebäudes, vorzugsweise aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, in Text, Detailzeichnung, Plan und Bild erwartet. Darüber soll im Seminar ein kleiner Vortrag von ung. 10 Minuten gehalten werden. Beispielhafte Baubeschreibungen und Erläuterungen werden von den jeweiligen Lehrenden vorgetragen. Fragen und Diskussionen sind jederzeit erwünscht. Es dreht sich jedoch nicht nur um Begriffe und technische Zusammenhänge, sondern auch um die Art der Nutzung, um den Bauschmuck und um Bildprogramme, um den Charakter des Gebäudes (was ist z.B. malerisch? was ist klassisch? wo finden wir Tiefe? wo mehr Flächigkeit? ), um Ausdruck, Stil und Qualität, um Poesie und Strenge oder um die Poetik und die Programmatik des/ der jeweils Entwerfenden.

Das Wintersemester steht unter dem Motto. „Wer neun Häuser (oder Städte) analysiert hat, kann das zehnte bauen" (frei zitiert nach Frank L. Wright); im Sommersemester werden wir uns mehr Freiheit geben und eher abstrakteren Fragestellungen zuwenden, über Architektur reden, und Verbindungen zum zeitgenössischen Bauen und Planen suchen!