Nachkriegsmoderne im Fokus

DFG-Forschungsnetzwerk für Baubestände 1945+ gegründet.

Hotel Metropol, Arbon (CH), Architekten Bächtold & Baumgartner, 1961-64 Foto: Olaf Gisbertz

Forschung zur Nachkriegsmoderne nach 1945. Ob die Berliner Plattenbausiedlung am Ernst-Thälmann-Park, die denkmalgeschützte Weimarer Mensa, das Hotel Metropol in Arbon oder das Oesterlen-Hochhaus in Braunschweig – sie alle gehören zu einem noch jungen Feld der Bauforschung.

Um den Austausch auf diesem Gebiet voranzutreiben, ist auf Initiative einer Gruppe von Wissenschaftlern das DFG-Forschungsnetzwerk NBJB 1945+ entstanden, das nun über drei Jahre gefördert wird. Die Gründung des Netzwerks wurde Mitte Mai auf dem 50. Jahrestag der Koldewey-Gesellschaft, einer Vereinigung für baugeschichtliche Forschung mit eher forensischer Ausrichtung, in Braunschweig bekanntgegeben. Ziel ist es, die aktuellen Verfahren der bauhistorischen Bestandsdokumentation jüngerer Baubestände 1945+ zu diskutieren und Hilfestellung zu ihrer Erfassung und Klassifizierung zu liefern. Anlass der Initiative war das 1956 errichtete Oesterlen-Hochhaus in Braunschweig, dessen Sanierung von 2009 keinen Bezug auf das ursprüngliche Gebäudekonzept nimmt, sondern einzig seine Hülle instand setzte.

Zu den Mitgliedern des Forschungsnetzwerks gehören Melanie Bauernfeind vom Doerner-Institut München, Olaf Gisbertz von der FH Dortmund, Tanja Beier und Sebastian Hoyer von der TU Braunschweig, Mark Escherich von der Bauhaus-Universität Weimar und Elke Nagel aus Stuttgart. Neben Architekten, Bauingenieuren, Kunsthistorikern und Materialwissenschaftlern, die sich normalerweise mit dieser Art von Forschung auseinandersetzen, wird das Team des Netzwerks „NBJB 1945+" von Geodäten, Fachleuten der Vermessungstechnik und Geoinformatikern ergänzt. Die Themen der bisher vier geplanten Workshops, die allen Interessierten offenstehen, reichen von Erfassungsmethoden, über Werte- und Bewertungsmaßstäbe bis hin zur Transformation der gebauten Zeitzeugen einschließlich der Restauration verwendeter Materialien wie zum Beispiel Kunststoff. Der erste Workshop wird am Freitag, 28. September 2018 an der TU München stattfinden. Weitere Informationen und den original Artikel finden Sie hier.