MetallMetall

Gebäudehüllen aus Metall

 

Neuer Schwerpunkt für Bauen mit Stahl

Die ThyssenKrupp Steel AG stiftet im Fachbereich Architektur der Fachhochschule Dortmund eine Professur für Metallbau und stellt der Hochschule in den nächsten fünf Jahren dafür eine Summe von 400.000 Euro zur Verfügung. Die Professur wurde zum 1. Oktober 2006 mit Dr. Helmut Hachul besetzt. Prof. Hachul (39) studierte Architektur an der RWTH Aachen. Er war parallel an verschiedenen Instituten der Hochschule tätig, unter anderem im Institut für Bauforschung. Es folgten diverse Projekte mit unterschiedlichen Architekturbüros. Seit 1998 war Prof. Hachul wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Tragkonstruktionen der RWTH Aachen, wo er auch über "Neue Strukturformen und Technologien für Tragkonstruktionen aus Feinblech" mit Auszeichnung promovierte.

ThyssenKrupp Steel Vorstandsmitglied Dr. Jost A. Massenberg beglückwünschte Prof. Hachul zu seiner neuen Aufgabe. "Wir als Stahlhersteller setzen große Hoffnungen in Ihre Arbeit", erklärte Massenberg. FH-Rektor Prof Dr. Eberhard Menzel sieht die neue Stelle "als Keimzelle für neue Aktivitäten in den Bereichen Architektur und Metallbau".

Hintergrund der Stelleneinrichtung ist die Tatsache, dass der Werkstoff Stahl in der Region und international zwar eine hohe Präsenz aufweist, in der Architekturausbildung das Bauen mit Metall aber eher gering repräsentiert ist.

Zusätzlich zur Wissensvermittlung über gängige Halbzeuge, Bauprodukte und Verfahren geht es auch um die Entwicklung neuer Strukturen aus den Bereichen Fassade, Gebäudestruktur oder Bausysteme. Der Fokus liegt hierbei auf dem Stahlleichtbau, es werden auch Schnittstellen zu anderen Materialien wie Glas und Holz vermittelt.

Neben der Integration der fachspezifischen Inhalte im kommenden Bachelor Studiengang erhalten die Studierenden im geplanten Masterstudiengang "Architektur + Metallbau" die Möglichkeit zu einer weiteren Vertiefung und Qualifikation. In diesem Masterstudiengang der FH Dortmund wird die Entwicklung neuer Strukturen und Bauweisen in weiteren Kooperationen mit externen Partnern aus der Wirtschaft angestrebt, so dass die Lehre noch praxisnäher werden kann.

Hier wird neben der forschenden und experimentellen Tätigkeit verstärkt "Expertenwissen" einfließen, so kann sich beispielsweise der Stellenstifter ThyssenKrupp Steel auch personell kompetent einbringen. Das hier zur Verfügung gestellte Know-how ergänzt wiederum die Ausbildung in idealer Weise.

Die Einrichtung eines Kompetenzzentrums für den Metallbau am Standort Dortmund mit dem Kernbereich Feinblech wäre der letzte Baustein eines Modells, welches die Kraft und Kompetenz der Wirtschaft mit dem geistigen Potenzial der Hochschule bündeln kann. Die Realisierung kleinerer Projekte im neuen Studiengang soll die Studierenden noch näher an das Metall und potenzielle Bauweisen heranführen, die Umsetzbarkeit kann 1:1 überprüft werden. Für die kommenden Architektinnen und Architekten dürfte auch der Aspekt der besonderen Qualifikation eine Rolle spielen, da die angestrebte Dichte der Wissensvermittlung an Deutschlands Hochschulen bisher einmalig ist.

Neben einer weiteren Qualifikation für das Planungsbüro öffen sich damit weitere Betätigungsfelder im Bereich der Wirtschaft. Der Fachbereich Architektur besitzt damit ein wichtiges Unterscheidungs- und Alleinstellungskriterium im zunehmenden Wettbewerb der Hochschulen.

 

Die ThyssenKrupp Steel AG ist mit einer Rohstahlproduktion von knapp 14 Millionen Tonnen und einem Umsatz von rund 9,6 Milliarden Euro Europas zweitgrößter Produzent für Qualitätsflachstahl. Für das Bauen mit Stahl bietet das Unternehmen ein umfangreiches Produktportfolio mit hochwertig beschichteten Sandwich- und Trapezelementen für Fassade, Dach und Wand, neuartigen DA-VEX-Stahlprofilen, feuerresistenten Stählen sowie umweltfreundlichen Photovoltaik- und Solarthermie-Lösungen mit Stahl.

In Dortmund betreibt das Unternehmen mit dem DOC (Dortmunder Oberflächen-Centrum) eines der weltweit leistungsfähigsten Entwicklungszentren für Stahl-Oberflächen. Hier entstehen unter anderem besonders leicht zu reinigende oder kratzfeste Beschichtungen für Bauprodukte aus Stahl. Mit der Feuerbeschich-tungsanlage 8, deren Fassade in Zusammenarbeit mit dem renommierten Farbdesigner Friedrich Ernst von Garnier gestaltet wurde, hat das Unternehmen auf dem Gelände der ehemaligen Westfalenhütte Zeichen für eine neue Farbigkeit beim Bauen mit Stahl gesetzt. Die Anlage wurde mit dem Europäischen Stahl-baupreis ausgezeichnet.

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gedruckt am: 17.01.2018  11:46