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Ausstellung "Die vergessenen Kinder des Ladon Valles"

Die vergessenen Kinder von Ladon Valles ist eine selbstentwickelte Utopie, die das Dasein einer menschlichen Zukunftsgesellschaft auf dem Planeten Mars beschreibt. Als Grundlage der Erzählung dient eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Phänomenen der Gegenwart. Missstände und Potentiale werden aufgegriffen und in Form einer künstlerischen Performance filmisch zum Ausdruck gebracht. Hierbei liegt der Fokus unter anderem auf dem Einfluss neoliberaler Wirtschaftspolitik und deren Auswirkung auf unsere Gesellschaft. Das in der Realität existierende Ladon Valles Tal auf dem Mars fungiert hierbei als philosophischer Gedankenraum zur Analyse soziokultureller Zusammenhänge innerhalb einer isolierten Gesellschaft irdischen Ursprungs. Ziel der Ausarbeitung ist ferner ein Erkenntnisgewinn über architektursoziologische Bedingungen für die Entwicklung einer interkulturellen, emanzipatorischen Zukunftsgesellschaft, die zur Anwendung auf die Realität übertragen werden kann. Die Ausarbeitung beschäftigt sich dabei mit der Fragestellung, welche Faktoren grundlegend für menschlichen Zusammenhalt erforderlich sind und wie die Erkenntnisse in eine architektonische Sprache übertragen werden kann. Für die konzeptionelle Festlegung wurden dabei die Hauptkategorien Kommunikation, Wissenschaft, Kunst, sowie Muße näher behandelt. Im Verlauf des Projekts ergab sich zudem die Frage, wie die vorherrschende Atmosphäre und Aura eines Ortes wie dem Mars erfahrbar gemacht werden kann. Hierzu wurde ein achttägiges Isolationsexperiment in einem ehemaligen Stollenbunker durchgeführt, um das Leben in einer Station auf dem Mars zu simulieren. Dabei entstand unter anderem ein einstündiger Science-Fiction-Film. Bei der darauffolgenden Projektphase stand die Auseinandersetzung mit dem Entwurfsgebiet im Vordergrund. Hierfür wurden zahlreiche Datensätze verschiedener Weltraumagenturen und Institutionen ausgewertet um sich mit dem Gebiet und den technischen Voraussetzungen vertraut zu machen.

Im architektonischen Ergebnis wurde ein zweiteiliges Gebäudeensemble entwickelt, das den Siedlern als kultureller Treffpunkt einer neuen Siedlung dienen soll. Kontemplation und praktisches Handeln sind dort gleichermaßen möglich. Hierbei wird der Ansatz verfolgt, diese in eine symbiotische Beziehung miteinander zu stellen.

Die Ausarbeitung kann insgesamt als synergetischer Prozess verstanden werden, bei dem die Einzelbereiche autark funktionieren. Dem Betrachter soll die Komplexität eines Gesamtzusammenhangs erläutert werden. Für diesen Zweck kamen interdisziplinäre Methodiken zum Einsatz, um die Möglichkeiten bei der Herangehensweise in einem Entwurfsprozess zu verdeutlichen und alternative Lösungsansätze zu bieten.

Die Arbeit wurde von Prof. Diana Reichle und V.-Prof. Andrea Salgert betreut.