Studieren ohne formale Hochschulzugangsberechtigung – beruflich Qualifizierte

Auch wer kein (Fach-) Abitur als Vorbildung mitbringt, ist unter bestimmten Voraussetzungen berechtigt an der Fachhochschule Dortmund zu studieren bzw. am Bewerbungsverfahren für in der beruflichen Bildung Qualifizierte teilzunehmen.

Folgende Möglichkeiten sind als anerkannte Hochschulzugangsberechtigung ohne "reguläre" Hochschulreife vorgesehen:

1. Zugang zum Studium aufgrund beruflicher Aufstiegsfortbildung

(Berufliche Aufstiegsfortbildung nach § 2 BBHZG-VO)

 

Voraussetzungen für diesen Hochschulzugang:

  • Meisterbrief im Handwerk oder
  • Fortbildungsabschluss nach Berufsbildungsgesetz oder Handwerksordnung mit mind. 400 Unterrichtsstunden oder
  • vergleichbare Qualifikation nach § 142 Seemannsgesetz oder
  • Abschluss einer Fachschule oder
  • vergleichbare landesrechtlich geregelte Fortbildung für Berufe im Gesundheitswesen, im Bereich der sozialpflegerischen und sozialpädagogischen Berufen oder
  • sonstige vergleichbare landesrechtlich geregelte Fortbildung

Diese Qualifikationen berechtigen zur Aufnahme des Studiums in jedem Studiengang. Die studiengangspezifischen Voraussetzungen (z.B. sprachliche Voraussetzungen, künstlerisch-gestalterische Eignung, praktische Tätigkeit) sind für die Einschreibung nach Erhalt einer Zulassung durch die Fachhochschule Dortmund zu erfüllen.

Bei zulassungsbeschränkten Studiengängen findet ggfs. ein Auswahlverfahren statt.

Die Teilnahme an einer Zugangsprüfung für beruflich Qualifizierte ist möglich (Punkt 3). Die Chancen in einem Studiengang mit örtlichem-NC zugelassen zu werden, steigen nicht, obwohl Sie an einer solchen teilgenommen und bestanden haben.

Die Bewerbung muss für das Wintersemester jeweils bis zum 15. Juli und für das Sommersemester jeweils bis zum 15. Januar eines Jahres bei der Fachhochschule Dortmund eingehen (Ausschlussfrist).          

2. Zugang zum Studium als fachtreue/r Bewerber/in

Dies gilt wenn zwischen der Berufsausbildung, Berufsausübung und dem  Studiengang nach § 3 BBHZG-VO eine fachbezogene Nähe festzustellen ist. Hierüber entscheidet der Prüfungsausschuss des jeweiligen Studiengangs.

Voraussetzungen für die Bewerbung:

  • der Abschluss einer nach dem Berufsbildungsgesetz oder Handwerksordnung oder einer sonstigen nach Bundes- oder Landesrecht geregelten mindestens zweijährigen Berufsausbildung

und

  • eine danach erfolgte mindestens 3jährige Tätigkeit im Sinne des erlernten Berufes oder im fachlich entsprechenden Beruf; für Stipendiaten des Aufstiegsstipendienprogramms des Bundes sind zwei Jahre ausreichend.  

Die studiengangspezifischen Voraussetzungen (z.B. sprachliche Voraussetzungen, künstlerisch-gestalterische Eignung, praktische Tätigkeit) müssen ebenfalls erfüllt werden.

Die Bewerbung muss für das Wintersemester jeweils bis zum 15. Juli und für das Sommersemester jeweils bis zum 15. Januar eines Jahres bei der Fachhochschule Dortmund eingehen (Ausschlussfrist).

Bei zulassungsbeschränkten Studiengängen findet ggfs. ein Auswahlverfahren statt.

3. Sonstige berufliche Qualifikation

Als sogenannte "sontige berufliche Qualifikation" werden jene beruflichen Werdegänge bezeichnet, bei denen kein fachlicher Bezug zum gewünschten Studiengang besteht. Studieninteressierte können sich unter bestimmten Voraussetzungen für ein Studium mit einer bestandenen Zugangsprüfung bewerben oder sich in zulassungfreien Studiengängen für ein Probestudium entscheiden.

Zugangsprüfung:

Die Zugangsprüfung dient der Feststellung, ob die fachlichen und methodischen Voraussetzungen für ein Studium gegeben sind.

Im Rahmen eines zentralen schriftlichen Testverfahrens der nordrhein-westfälischen Fachhochschulen werden die Kenntnisse in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch geprüft. Das Englischmodul kann alternativ durch den Nachweis Sprachtests (z.B.: TOEFL, TOEIC, Cambridge Certificate, telc) auf dem Niveau B1 des gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen nachgewiesen werden. 

Nach erfolgreichem Bestehen der schriftlichen Prüfungsteile ist noch eine mündliche Prüfung zu absolvieren. In diesem letzten Teil der Zugangsprüfung soll der Prüfling nachweisen, dass er oder sie sich thematisch mit einem fachbezogenem Thema auseinandersetzen kann und sich über die eigene Motivation für den angestrebten Abschluss bewusst ist.

Über die bestandene Zugangsprüfung wird ein Zeugnis erstellt, über die nicht bestandene Zugangsprüfung wird ein Bescheid erteilt. Einzelne Module, die in der Zugangsprüfung nicht bestanden wurden, können mehrfach wiederholt werden.

Nach erfolgreich absolvierter Zugangsprüfung können Sie sich für das Studium in dem ausgewählten Studiengang über unser Studienplatzportal online bewerben. Hierbei gelten die gleichen Bewerbungsbedingeungen, wie für die Bewerber/innen mit (Fach-) Abitur.

Auf den Internetseiten der Landesrektorenkonferenz der Fachhochschulen e.V. werden weitere Hinweise zur Zugangsprüfung erörtert.

Der Antrag auf Teilnahme an der Zugangsprüfung muss bis zum 01.04 für das nächste Wintersemester und bis zum 01.10. für das Sommersemester eingehen.

Voraussetzungen für die Teilnahme an der Zugangsprüfung:

  • der Abschluss einer nach dem Berufsbildungsgesetz oder Handwerksordnung oder einer sonstigen nach Bundes- oder Landesrecht geregelten mindestens zweijährigen Berufsausbildung

und

  • der Nachweis von drei Jahren beruflicher Tätigkeit (auch in einem der Ausbildung fachlich nicht entsprechendem Beruf). Gleichgestellt sind die hauptverantwortliche und selbständige Führung eines Familienhaushalts und die Erziehung von minderjährigen Kindern im Sinne des § 25 Abs. 5 BAföG oder die Pflege einer/eines Familienangehörigen. Eine Teilzeitbeschäftigung (ca. 20 Std./Woche). Für Stipendiaten des Aufstiegsprogramms der Bundes ist der Nachweis einer o.g. Tätigkeit von zwei Jahren ausreichend.

Der Antrag auf Teilnahme an einer  Zugangsprüfung für das Wintersemester  muss jeweils bis zum 01. April des Jahres bei der Fachhochschule Dortmund gestellt werden, für das Sommersemester jeweils bis zum 01. Oktober eines Jahres.


Musterprüfungen

Hier finden Sie zwei unterschiedliche Musterprüfungen für Ihre persönliche Wissenskontrolle und zur besseren Vorstellung über die Anforderungen einer Zugangsprüfung:

Musterprüfung 1

Musterlösungen und Lösungswege Mathematik Musterprüfung 1

Musterprüfung 2

Musterlösungen und Lösungswege Mathematik Musterprüfung 2

 

Bitte beachten Sie auch die folgenden Dateien zum Hörverstehen für die Teilprüfung Englisch:

Hörverstehen 1

Hörverstehen 2

 

Probestudium:

Mit dem Probestudium ist es Studieninteressierten in zulassungsfreien Studiengängen möglich das Studium ohne Zugangsprüfung aufzunehmen.

Die Voraussetzungen für die Bewerbung um einen Studienplatz im Rahmen eines Probestudiums sind die selben wie für die Teilnahme an einer Zugangsprüfung (siehe oben).

Das Probestudium dauert 2 Semester. Es gilt als erfolgreich bestanden, wenn mindestens 20 Leistungspunkte (ECTS) in den ersten beiden Fachsemestern erreicht sind. Unter Erfüllung dieser Vorgabe kann das Studium weiter fortgesetzt werden.

Werden die erforderlichen Leistungspunkte nicht erreicht, erlischt der Anspruch auf den Studienplatz und es erfolgt eine Exmatrikulation.  

Die Bewerbung muss für das Wintersemester jeweils bis zum 15.Juli und für das Sommersemester jeweils bis zum 15.Januar eines Jahres bei der Fachhochschule Dortmund eingehen (Ausschlussfrist).

4. Besondere Zugangsmöglichkeiten für die Studiengänge Kommunikationsdesign (BA), Objekt- und Raumdesign (BA), Film & Sound (BA) und Fotografie (BA)

Für Studieninteressierte ohne Hochschulzugangsberechtigung gibt es noch einen weiteren Weg, um sich für die Studiengänge Kommunikationsdesign (BA), Objekt- und Raumdesign (BA), Film & Sound (BA) und Fotografie (BA) zu qualifizieren - über eine künstlerisch-gestalterische Begabungsprüfung in Kombination mit einer schul. Feststellungsprüfung. Mehr

5. Weitere Hinweise

Hinweise zum Auswahlverfahren

Die Zulassung obliegt der Fachhochschule Dortmund. Für den Bewerberkreis der beruflich Qualifizierten werden in den zulassungsbeschränkten Studiengängen jeweils 4 % der Studienplätze reserviert. Ist die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber in dem gewählten Studiengang höher als die Quote von 4% findet ein Auswahlverfahren statt.

Bei Überschreitung der 4%-Grenze entscheidet die Auswahlkommission des jeweiligen Studiengangs aufgrund der Bewerbungsunterlagen und ggfs. noch in Verbindung mit einem eines Auswahlgespräch über die Rangfolge der Zuzulassenden. Das Auswahlgespräch soll Aufschluss über die Motivation und die Eignung für das gewählte Studium und den angestrebten Beruf geben.

Die Auswahlkommission vergibt für die Ermittlung der Rangfolge Punkte nach bestimmten Kriterien:

  • bis zu 3 Punkte, wenn der berufsqualifizierende Abschluss mit einem über den Mindestanforderungen liegenden Grad der Qualifikation erworben wurde,
  • bis zu 3 Punkte für eine dem berufsqualifizierenden Abschluss entsprechende Berufstätigkeit,
  • bis zu 2 Punkte für berufliche Erfahrungen, die im Hinblick auf den angestrebten Studiengang besonders bedeutsam sind,
  • bis zu 2 Punkte, wenn sonstige besondere Gründe für die Aufnahme des Studiums sprechen.

Wir empfehlen einen Termin mit dem oder der zuständigen Studienfachberater bzw. -beraterin zu vereinbaren,um fachbezogene Inhalte und die erforderlichen Kenntnisse in Grundlagenfächern zu besprechen. Das Beratungsgespräch soll auch über Möglichkeiten des Ausgleichs vorhandener Defizite im Sinne einer Studienerfolgsprognose bereithalten.

Zusätzlich können Studieninterssierte unter besonderen Umständen als Gasthörer/-innen an einzelnen Lehrveranstaltungen teilnehmen:




Hinweise zum Nachweis der besonderen künstlerisch-gestalterischen Begabung

Nach § 11 Abs. 1 der Qualifikationsverordnung Fachhochschule vom 20.06.2002 ist zum Studium an einer Fachhochschule im Fachbereich Design ohne Fachhochschulreife berechtigt, wer eine besondere künstIerisch-gestalterische Begabung und eine den Anforderungen der Fachhochschule entsprechende Allgemeinbildung nachweist.

Die Feststellung über die besondere künstlerisch-gestalterische Begabung trifft die Fachhochschule. Der Anmeldebogen muss dem Dekanat des Fachbereichs Design spätestens am 1. Januar eines jeden Jahres vorliegen. Die Bewerberinnen und Bewerber werden zu einem Feststellungsverfahren eingeladen, das im Januar stattfindet. Es müssen Arbeitsproben und ggfs die Bearbeitung von Hausaufgaben vorgelegt werden.

Der Nachweis der den Anforderungen des Studiums entsprechenden Allgemeinbildung geschieht durch eine schriftliche und mündliche Prüfung, die der zuständige Regierungspräsident (für Dortmund der RP in Arnsberg) durchführt. Die Prüfung erstreckt sich auf die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch und nach eigener Wahl auf die Fächer Politik/Gesellschaftslehre oder Wirtschaftslehre. Weitere Informationen.


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gedruckt am: 28.05.2015  11:55