Biographie

(in der dritten Person)

Geboren in Momberg im Kreis Marburg/Lahn, aufgewachsen in Hanau am Main (kaufmännische Lehre bei Dunlop AG, Abitur am Wirtschaftsgymnasium), studiert Helmut Diederichs an der Frankfurter Goethe-Universität Volkswirtschaft und Soziologie, jeweils bis zum Diplom. Bereits während des Ökonomiestudiums wendet er sich thematisch den Massenmedien zu, veröffentlicht er 1973 im Hanser-Verlag die Buchfassung seiner empirischen Diplomarbeit "Konzentration in den Massenmedien". Er schreibt in den Siebzigern regelmäßig für die Medien-Fachzeitschriften "Media Perspektiven" (über Pressekonzentration) und "medium" (über Kino), publiziert in den Achtzigern etliche medienwissenschaftliche Aufsätze und Rezensionen.

Sein wichtigstes Forschungsgebiet wird jedoch die Geschichte des Films, vor allem der Filmtheorie und Filmpublizistik. Er ediert die Schriften der Film- und Radiotheoretiker Rudolf Arnheim (1977, 2001), Béla Balázs (1982, 1984, 2001) und Herbert Tannenbaum (1987); 1985 erscheint die Monographie über den ersten deutschen Kunstfilm "Der Student von Prag". Im selben Jahr wird Diederichs mit einer Dissertation über die "Anfänge deutscher Filmkritik" zum Doktor phil. promoviert.

 

In den folgenden Jahren arbeitet er an seiner Habilitationsschrift zur "Frühgeschichte deutscher Filmtheorie" und widmet sich als Hausmann der Erziehung seines im Mai 1985 geborenen Sohnes Nicolas und seiner im Oktober 1989 geborenen Tochter Hannah. Er ist sehr aktiv in der Elternarbeit in Kindergarten und Grundschule, produziert mit den Kindern Super-8- und Videofilme, schreibt Kinderseiten für die "Frankfurter Rundschau" und unterrichtet Viertklässler im Jonglieren.

1990 erhält Diederichs ein Habilitationsstipendium der "Deutschen Forschungsgemeinschaft" zur Fertigstellung seiner Habilitationsschrift, die er 1991 an einer hier ungenannt bleibenden Universität einreicht. Zweieinhalb Jahre später zieht er seine Arbeit wieder zurück, weil sein Verfahren wegen miteinander zerstrittener Gutachter zu scheitern droht. Im Jahre 1995 reicht er die Arbeit nochmals ein, diesmal in Frankfurt. Der FB Gesellschaftswissenschaften der Frankfurter Uni verleiht ihm 1996 die venia legendi in "Soziologie mit Schwerpunkt Filmwissenschaft".
Lehrerfahrung erwirbt er als Frankfurter Privatdozent und in den zwei Jahrzehnten zuvor als Lehrbeauftragter (an den Universitäten Osnabrück, Münster, Marburg und immer wieder Frankfurt) sowie durch eine Vielzahl von Vorträgen zu Medienthemen.

Zuvor schon freiberuflich als Korrektor tätig arbeitet Diederichs ab April 1995 hauptberuflich in der Frankfurter Werbeagentur Boebel/Adam als Lektor/Korrektor und Internetbeauftragter, baut er Kreations-Archiv und Fachbibliothek auf.

 

Im September 1999 folgt er dem Ruf als C3-Professor an die Dortmunder Fachhochschule und vertritt am FB Sozialpädagogik, jetzt FB Angewandte Sozialwissenschaften, im Fach Medienpädagogik die Gegenstandsbereiche Massenkommunikation und verbale Kommunikation. Zu Jahresbeginn 2001 publiziert er seine Habilitationsschrift "Frühgeschichte deutscher Filmtheorie" im Internet.

Im Januar 2004 erscheint bei Suhrkamp der von ihm herausgegebene Reader "Geschichte der Filmtheorie. Kunsttheoretische Texte von Méliès bis Arnheim". Im Wintersemester 2003/2004 erhält Diederichs ein Forschungsfreisemester, vor allem um rechtzeitig zu Arnheims 100. Geburtstag im Juli 2004 eine Edition von dessen medientheoretischen Schriften zu erarbeiten, die bei Suhrkamp unter dem Titel "Die Seele in der Silberschicht" publiziert wird. Ebenfalls im Forschungssemester baut Diederichs seine zu Lehrforschungszwecken begründete Online-Datenbank "SozPäd-Movies" entscheidend aus, in der Kino- und Fernsehfilme aus den Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit zusammengetragen und kommentiert werden (Stand der Material-Datenbank im Februar 2012: 2700 Datensätze). Im März 2006 kommt eine von ihm gemeinsam mit Felix Lenz herausgegebene Auswahl der Schriften zur Filmtheorie von Sergej Eisenstein, "Jenseits der Einstellung", bei Suhrkamp heraus.

Zum Jahresende 2007 gibt Diederichs wegen Arbeitsüberlastung den Status des Privatdozenten an der Frankfurter Universität auf. Für das Wintersemester 2008/09 genehmigt ihm die Fachhochschule ein weiteres Forschungssemester, das er insbesondere zum Ausbau und zur weiteren Strukturierung der Online-Datenbank "SozPäd-Movies" und zum Schreiben eines Aufsatzes über "SozialarbeiterInnen im Film" nutzt.

Am 31. Juli 2013 geht Diederichs in den wohlverdienten Ruhestand.

Diederichs ist Mitglied im "verband der deutschen filmkritik" und der "Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK)".

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gedruckt am: 11.02.2012  15:56