Die Anwendung der Energie in Industrie, Gewerbe und Haushalten hat sich in den letzten Jahren grundsätzlich geändert. Der Ursprung der Gebäudesystemtechnik liegt im Bereich Architektur und Bauwesen, um die früher unabhängigen Gewerke der Elektroinstallation und technischen Gebäudeausrüstung in das Gebäude zu integrieren. Zunehmend wachsen aber auch Heizungs-, Klima-, Lüftungs- und Sanitärtechnik über die Kommunikationstechnik und die gemeinsamen Ziele des optimalen Energiemanagements zusammen.
Der Studienschwerpunkt Gebäudesystemtechnik im Studiengang Elektrotechnik hat zum Ziel, die Verwendung aller vorhandenen Technologien zu ermöglichen, um damit Gebäudesysteme ökonomisch und ökologisch mit hohem Komfortgrad gestalten zu können. In zunehmendem Maße werden dabei Leitsysteme eingesetzt, die durch Bussysteme, Sensoren und Aktoren, Regelungstechnik, Automatisierung, Informations- und Kommunikationstechnik sowie Sicherheits- und Alarmsysteme unterstützt werden.
Die Gebäudesystemtechnik befasst sich mit den konventionellen Grundlagen der Elektroinstallation als Basis und betrachtet in der Folge die Notwendigkeit von Elektroinstallationstechnik und Gebäudebussystemen als Grundlage für optimales Gebäudemanagement und effizienten Betrieb.
Mittels Automatisierungs- und Leittechnik in Verbindung mit Steuer- und Regelungstechnik bei Anwendung der Techniken der Kommunikations- und Bustechnik wird die gesamte Gebäudeausrüstung zu einem Gesamtsystem zusammengefasst. Dieses kann von einzelnen Funktionsinseln, wie Klimasteuerung, Heizungsregelung, Energiemanagement, Fördertechnik oder Alarmanlagen, bis zur vollständigen Gebäudeautomation mit Anbindung an Büro- und Telekommunikationsanlagen ausgebaut werden.
Um die Energiesparverordnung und darüber hinaus gehende Energiesparziele zu erfüllen, werden u. a. im Rahmen der Lehrveranstaltung Energiemanagement Methoden zum rationellen Energieeinsatz und zur Anwendung regenerativer Energien im Gebäude behandelt.
Methoden des Projektmanagements zum termingerechten und Gewerke übergreifenden Gebäudeentstehungs- bzw. Modifizierungsprozess werden im Rahmen von Wahlpflichtfächern behandelt. Hier wird von der Qualitätsbeschreibung über Ausschreibungs-, Projektierungs- bis zur Abnahmephase und dem folgenden Betrieb des Gebäudes der gesamte Entstehungs- und Betriebsprozess behandelt.
Neben diesen anwendungsorientierten Themenbereichen der Gebäudesystemtechnik vermittelt das Modul Hard- und Softwareengineering Methoden und Fähigkeiten zur Entwicklung und zur Anwendung von Komponenten der Gebäudesystemtechnik in Verbindung mit der Generierung der zum Betrieb notwendigen Software.
Typische Einsatzgebiete einer Absolventin/eines Absolventen des Studienschwerpunkts Gebäudesystemtechnik im Studiengang Elektrotechnik sind:
- Entwurf, Planung und Ausrüstung von Gebäuden
- Beratung, Schulung und Training von Vertriebsmitarbeiterinnen undVertriebsmitarbeitern sowie Kunden im Bereich der Gebäudesysteme
- Spezielle Beratung auf dem Energiesektor
- Entwicklung und Fertigung von Komponenten
- Betrieb und Wartung von Gebäudesystemen

