Mikrorechner sind in nahezu allen energietechnischen Komponenten integriert und machen aus ihnen intelligente und kommunikationsfähige Betriebsmittel, die in einem Netzwerk zusammenarbeiten. So bestehen Antriebe nicht mehr nur aus einer Maschine sondern umfassen als Antriebssysteme den Motor mit zugehöriger Leistungs-, Steuer-, Regel- und Überwachungselektronik einschließlich Kommunikationsprozessor. Genormte Kommunikationsschnittstellen ermöglichen die herstellerunabhängige Nutzung der Funktionsvielfalt solcher Antriebssysteme. Durch die zunehmende Komplexität entstehen zwischen den Teilsystemen Wechselwirkungen, die wiederum rechnerbasierte Entwicklungs-, Prüf- und Simulationsmethoden voraussetzen, die im Studium kennen gelernt werden. Speziell in der Automation spielt die Regelung schneller, dynamischer Antriebe eine immer wichtigere Rolle. Hier müssen marktgängige Standardlösungen, die sich in größere Automatisierungskonzepte einfach einbinden lassen, ebenso behandelt werden, wie Handwerkszeuge zur Entwicklung anwendungsspezifischer Sonderlösungen.
Im Mittelpunkt der Studienvertiefung Energieversorgung und Umwelt steht die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung über die Verteilung bis zur Nutzung elektrischer Energie. Im Sinne der systemtechnischen Betrachtungsweise werden nicht nur Strukturen und Betriebsmittel der Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetze untersucht, sondern auch die zugehörigen, auf Mikrorechnerkomponenten basierende Schutz- und Leittechnik zur Steuerung und Überwachung der Netze. Nur durch das Zusammenspiel der energie- und leittechnischen Einrichtungen sind moderne, umweltschonende Energieversorgungssysteme technisch und wirtschaftlich optimal zu betreiben. Dabei sind neue, dezentrale Einspeisemethoden ebenso gefragt wie Konzepte zur Verbesserung der Energieeffizienz. Der Bereich Umwelt erweitert daher den Fokus auf die rationelle Energieanwendung sowie die Nutzung regenerativer Energiequellen und steuert Anteile aus der Umweltmesstechnik bei. Die in den letzten Jahren völlig geänderten wirtschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen des Energiemarktes werden im Bereich Energiewirtschaft thematisiert.
In Verbindung mit dem Gebäudeentstehungsprozess ist die Elektrotechnik schon seit langem nicht mehr wegzudenken, vermehrt wird jedoch die konventionelle Elektroinstallationstechnik durch Gebäudebussysteme erweitert. Im Zusammenhang mit der Technischen Gebäudeausrüstung, die sich mit Anlagen aus dem Bereich der Heizungs-, Klima- und Lüftungstechnik und weiterer technischer Anlagen befasst, entsteht ein komplexes technisches Gebäudesystem, das im Rahmen der Gebäudesystemtechnik mit Methoden der Automatisierungs- und Leittechnik gesteuert und geregelt wird. Um dies zu gewährleisten werden Telekommunikationsanlagen und Netzwerke benutzt, um die Geräte aus dem Feldbusbereich zentral bedienen zu können. Durch den Einsatz des Energiemanagements wird sichergestellt, dass die Gebäude mit großem Komfort sowie ökonomisch und ökologisch optimiert betrieben werden können. Im Rahmen des Projektmanagements werden Methoden vermittelt, Gebäudekonzepte mit ihrer zunehmend ineinander greifenden technologischen Struktur mit begrenzten Ressourcen (Personal und Finanzen) in einem vorgegebenen Zeitrahmen realisieren oder modifizieren zu können.