Elektrotechnik

Profil

Im Elektrotechnik-Studium werden zunächst gemeinsame Grundlagen für die darauf aufbauenden Studienschwerpunkte Elektrische Energie- und Umwelttechnik sowie Gebäudesystemtechnik gelegt. Im Studienschwerpunkt Elektrische Energie- und Umwelttechnik werden durch thematisch verzahnte Basismodule energietechnische Grundlagen vermittelt und durch Vertiefungsmodule die beiden Studienvertiefungen Antriebe und Automation sowie Energieversorgung und Umwelt ausgeprägt (siehe nachfolgende Grafik).

Die Zielsetzung beider Studienschwerpunkte ist die Vermittlung der systemtechnischen Betrachtung elektrotechnischer Anwendungen. Die Studierenden sollen also nicht nur Geräte und Komponenten der Elektrotechnik kennen lernen, verstehen und anwenden. Sie sollen darüber hinaus das allgemeine Systemwissen über Komplettanlagen der Elektrischen Energie- und Umwelttechnik sowie der Gebäudesystemtechnik mit ihren umfassenden Aufgaben und Funktionen vermittelt bekommen.

Mikrorechner sind in nahezu allen energietechnischen Komponenten integriert und machen aus ihnen intelligente und kommunikationsfähige Betriebsmittel, die in einem Netzwerk zusammenarbeiten. So bestehen Antriebe nicht mehr nur aus einer Maschine sondern umfassen als Antriebssysteme den Motor mit zugehöriger Leistungs-, Steuer-, Regel- und Überwachungselektronik einschließlich Kommunikationsprozessor. Genormte Kommunikationsschnittstellen ermöglichen die herstellerunabhängige Nutzung der Funktionsvielfalt solcher Antriebssysteme. Durch die zunehmende Komplexität entstehen zwischen den Teilsystemen Wechselwirkungen, die wiederum rechnerbasierte Entwicklungs-, Prüf- und Simulationsmethoden voraussetzen, die im Studium kennen gelernt werden. Speziell in der Automation spielt die Regelung schneller, dynamischer Antriebe eine immer wichtigere Rolle. Hier müssen marktgängige Standardlösungen, die sich in größere Automatisierungskonzepte einfach einbinden lassen, ebenso behandelt werden, wie Handwerkszeuge zur Entwicklung anwendungsspezifischer Sonderlösungen.

Im Mittelpunkt der Studienvertiefung Energieversorgung und Umwelt steht die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung über die Verteilung bis zur Nutzung elektrischer Energie. Im Sinne der systemtechnischen Betrachtungsweise werden nicht nur Strukturen und Betriebsmittel der Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetze untersucht, sondern auch die zugehörigen, auf Mikrorechnerkomponenten basierende Schutz- und Leittechnik zur Steuerung und Überwachung der Netze. Nur durch das Zusammenspiel der energie- und leittechnischen Einrichtungen sind moderne, umweltschonende Energieversorgungssysteme technisch und wirtschaftlich optimal zu betreiben. Dabei sind neue, dezentrale Einspeisemethoden ebenso gefragt wie Konzepte zur Verbesserung der Energieeffizienz. Der Bereich Umwelt erweitert daher den Fokus auf die rationelle Energieanwendung sowie die Nutzung regenerativer Energiequellen und steuert Anteile aus der Umweltmesstechnik bei. Die in den letzten Jahren völlig geänderten wirtschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen des Energiemarktes werden im Bereich Energiewirtschaft thematisiert.

In Verbindung mit dem Gebäudeentstehungsprozess ist die Elektrotechnik schon seit langem nicht mehr wegzudenken, vermehrt wird jedoch die konventionelle Elektroinstallationstechnik durch Gebäudebussysteme erweitert. Im Zusammenhang mit der Technischen Gebäudeausrüstung, die sich mit Anlagen aus dem Bereich der Heizungs-, Klima- und Lüftungstechnik und weiterer technischer Anlagen befasst, entsteht ein komplexes technisches Gebäudesystem, das im Rahmen der Gebäudesystemtechnik mit Methoden der Automatisierungs- und Leittechnik gesteuert und geregelt wird. Um dies zu gewährleisten werden Telekommunikationsanlagen und Netzwerke benutzt, um die Geräte aus dem Feldbusbereich zentral bedienen zu können. Durch den Einsatz des Energiemanagements wird sichergestellt, dass die Gebäude mit großem Komfort sowie ökonomisch und ökologisch optimiert betrieben werden können. Im Rahmen des Projektmanagements werden Methoden vermittelt, Gebäudekonzepte mit ihrer zunehmend ineinander greifenden technologischen Struktur mit begrenzten Ressourcen (Personal und Finanzen) in einem vorgegebenen Zeitrahmen realisieren oder modifizieren zu können.

Studiengangvarianten

Das Bachelor-Studium der Elektrotechnik wird in drei Varianten angeboten:

  • Der standardmäßige Studiengang mit der Bezeichnung „Elektrotechnik“ hat eine Regelstudienzeit von sechs Semestern und es können 180 ECTS-Punkte erreicht werden. Er ist zeitlich kompakt aufgebaut und umfasst die notwendigen Studieninhalte sowie eine minimale Praxis­komponente. Gleichzeitig ist dieser sechssemestrige Studiengang Ausgangsbasis zu weiterführenden, viersemestrigen Master-Studiengängen. In dieser Weiterführung sind dann in der Regel ausgeprägtere Praxisphasen bzw. eine zeitlich umfangreichere Master-Arbeit integriert, wie z.B. auch im Master Informations- und Elektrotechnik der FH-Dortmund, der mit dem Schwerpunkt Energiesystemtechnik eine ideale Ergänzung darstellt.
  • Im siebensemestrigen Studiengang steht ein zusätzliches Semester zur Erhöhung des Praxisanteils zur Verfügung und es können 210 ECTS-Punkte erreicht werden. Dieser Studiengang hat die Bezeichnung „Elektrotechnik mit Praxissemester“. Die Praxisphase kann zur praktischen Vertiefung, Kontaktaufnahme mit Unternehmen oder auch für Aufenthalte außerhalb der Region bzw. im Ausland genutzt werden. Gleichzeitig ergibt sich mit dem Praxissemester die Möglichkeit drei­semestrige Masterangebote anzuschließen.

    Die Studierenden können sich während des Studienverlaufs auch später für bzw. gegen ein Praxissemester entscheiden. Dies bedingt lediglich eine Umschreibung in die entsprechende Studiengangvariante, wobei alle bis dahin erzielten Leistungen übernommen werden. Damit kann man zeitnah auf geänderte Lebensplanungen, Studienwünsche oder angebotene Praxisangebote reagieren. Auch das sinnvolle Nutzen eventueller Wartezeiten auf den Beginn eines nachfolgenden Masterstudiums wird so ermöglicht.

  • Durch den hohen Modularisierungsgrad des Vollzeitstudiums kann den Bedürfnissen der Studierenden auch in Form eines Teilzeitangebots Rechnung getragen werden. Dadurch erhält das Studienangebot Elektrotechnik eine weitere Profilierung mit der Bezeichnung „Elektrotechnik Teilzeitstudium“. Der zehnsemestrige Studiengang als Teilzeit¬angebot bietet eine flexiblere Organisation, Zeitplanung und Verknüpfungs¬möglichkeit von Studium, Berufstätigkeit und Familie.

    Die Studieninhalte bleiben im Teilzeitstudium unberührt, sie werden lediglich zeitlich gestreckt angeboten. Es können wie im sechssemestrigen Vollzeit-Studium 180 ECTS–Punkte erreicht werden. Ein Praxissemester ist in der Teilzeitvariante nicht möglich.

Absolventinnen und Absolventen der Elektrotechnik wird der Abschlussgrad „Bachelor of Engineering“, abgekürzt „B.Eng.“, verliehen. Darüber hinaus wird ihnen ausdrücklich das Recht zuerkannt, die geschützte Berufsbezeichnung „Ingenieur“ bzw. „Ingenieurin“, abgekürzt „Ing.“, im Einklang mit dem Ingenieurgesetz (IngG) des Landes Nordrhein-Westfalen zu führen. Dies manifestiert den Anwendungscharakter des Studiums und das anspruchsvolle Ziel der ingenieurmäßigen Berufsbefähigung für die Absolventen. Dieses Ziel wird zum einen durch eine solide elektrotechnische Grundausbildung sowie bedarfsorientierte Vertiefungsmöglichkeiten und zum anderen durch hohe Grund- und Fachpraktikumsanteile erreicht.

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gedruckt am: 24.05.2012  04:24