StrukturwandelStrukturwandel

Forschungsbereich Planen und Bauen im Strukturwandel

Der Strukturwandel stellt insbesondere die größeren Städte und die peripheren ländlichen Gebiete vor bisher nicht gekannte Herausforderungen. Konnten Raumordnung und Stadtplanung in der Vergangenheit von der Annahme weiteren Wachstums ausgehen, zwingt der Strukturwandel zu einem Paradigmenwechsel: Nicht mehr Wachstum, sondern Schrumpfung heißt die Zukunft der großen Mehrzahl der Städte.

Gerade das Ruhrgebiet ist von Schrumpfung und Alterung infolge des Endes des großindustriellen Zeitalters besonders betroffen. Trotz wachsender Auseinandersetzung mit diesem Gegenstand wird noch immer nicht ausreichend zur Kenntnis genommen und in darauf aufbauenden Maßnahmen umgesetzt, dass sowohl einzelne Gebäude als auch die Siedlungsstrukturen und vor allem die materiellen und immateriellen Umgebungsbedingungen in einem direkten Verhältnis zu den Bewohnern einer Stadt und eines Stadtviertels stehen.

Der kulturelle Hintergrund der Menschen führt dabei zu teils erheblichen Unterschieden in der Raumnutzung. Bauweisen, Siedlungstypen, Baudichten, Infrastrukturen, Dienstleistungen sind Stichworte für die Komplexität dieser Umwelt.

Das Ruhrgebiet hat seinen Strukturwandel von der Montanregion zur modernen Dienstleistungsregion erfolgreich bewältigt – trotz aller bestehenden Schwierigkeiten, neue Arbeitsplätze außerhalb der traditionellen Sektoren zur Verfügung zu stellen.

Dieser positiv bewältigte Strukturwandel kann als Know-how Vorsprung vermarktet werden. Teil dieses Erfolgs könnte der Umgang mit Schrumpfung und Alterung sein. Der momentan noch als problematisch empfundene Vorsprung in Bezug auf Schrumpfen und Altern könnte sich dergestalt als Wettbewerbsvorteil erweisen. Allerdings muss es dazu gelingen, die spezifischen Chancen dieses doppelten Prozesses zu erkennen und zu entwickeln. Die räumliche Neuorganisation gehört sicher dazu. Der wirtschaftliche Nutzen kann nicht überschätzt werden.

Erst wenige öffentliche oder private Einrichtungen beschäftigen sich mit diesem Themenkomplex. Der entstehende Markt ist immens. Die Zahl der Haushalte wird sich nämlich aufgrund der sich weiter verringernden Haushaltsgrößen (ausgedrückt in der Anzahl der Personen pro Haushalt) keineswegs parallel entwickeln, sondern wenigstens noch 15 bis 20 Jahre zunehmen. Auch danach werden vor allem Bestandsmaßnahmen zu einem expansiven Markt führen. Die Schrumpfung bietet darüber hinaus auch das Potenzial, attraktiven Wohnraum für jene (kaufkraftstarken) Bevölkerungsgruppen zu schaffen, für die das Ruhrgebiet heute noch keine besondere Attraktivität hat. Stadtplanung, Städtebau, Immobilienund Bauwirtschaft sind hier gefordert, Lösungen zu entwickeln.

Der FB Architektur der FH Dortmund kann mit der Entwicklung eines auf diese Dynamik ausgerichteten Profils seine Position im regionalen Markt nachhaltig stärken. Die hier seit Jahren betriebene technische und nicht-technische Forschung muss zu diesem Zweck zusammengeführt und auf die zu besetzende Städtebauprofessur bezogen werden. Gerade in der Überwindung der noch immer sehr strikten Trennung von technischer und nicht-technischer Forschung liegt eine besondere Stärke des FB. Daran ist weiterzuarbeiten.

Jüngere Projekte und Veröffentlichungen belegen die Verknüpfung von Forschung und Lehre. Das skizzierte zu entwickelnde Profil kann mühelos an diesen Aktivitäten anschließend aufgebaut werden.

Mitarbeiter:

Enes Biyik

Ali Recai Yekta

Hedwig Ruppik

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gedruckt am: 23.05.2012  12:11