Veranstaltungen der Offenen Fachhochschule im vergangenen SS 08

Hier sehen sie einen Rückblick der Veranstaltungen im SS 08

28. Februar 2008 - "Prekäre Beschäftigung-Gute Arbeit“

Sozial ist, was Arbeit schafft? Wenn es denn so einfach wäre – tatsächlich speist sich der positive Trend auf dem Arbeitsmarkt vornehmlich aus einem Zuwachs an prekärer Beschäftigung: Die Hälfte aller neuen Stellen sind im Bereich der Leiharbeit angesiedelt, fast alle der neuen Beschäftigungsverhältnisse sind befristet. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiten zu einem Lohn, der zur Sicherung eines Existenzminimums nicht reicht. Dies ist schlecht für die Beschäftigten und bietet auch keine dauerhafte Perspektive auf dem Arbeitsmarkt. Folgt nun dem Proletariat das Prekariat? Die Gewerkschaften sehen durchaus Alternativen, wenn es um die Zukunft der Arbeit geht: Sozial ist, was gute Arbeit schafft! Gute Arbeit ist nicht allein durch eine angemessene Vergütung gegeben: vernünftige Arbeitsbedingungen, Qualifizierungs- und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten gehören auch dazu. Angesichts der kreativen Wende der Industriegesellschaft muss es darum gehen, an jedem Arbeitsplatz das Potenzial aller Beschäftigten für nachhaltige Produktion und Produkte zu mobilisieren. Hierfür sind innovative Konzepte der Organisations-, Prozess- und Arbeitsgestaltung notwendig.

Referent: Guntram Schneider, Vorsitzender DGB-NRW
Termin: Donnerstag, 28. Februar 2008, 18:00 - 20:00 Uhr
Veranstaltungsort: FH Dortmund, Sonnenstr. 96, Raum F 211

23. April 2008 - "Jungen und Gewalt: Konfrontative Pädagogik"

Erfahrungen in der Jugendhilfe zeigen, dass bei bestimmten Kontexten der permissiv-nachsichtige Stil bei vielen türkischstämmigen Jugendlichen nicht angenommen wird. Diese Jugendlichen sind in der Regel den Umgang mit SozialpädagogInnen und Lehrkräften gewöhnt, kennen deren Stil und handeln dementsprechend. Vielen Jugendlichen wird in der Jugendarbeit in den Jugendhilfeeinrichtungen und in den Schule entweder sehr spät oder überhaupt keine Grenzen gesetzt. In diesem Vortrag wird der Weg der Konfrontativen Pädagogik vorgestellt, um den Fachkräften eine alternative Handlungsmethode aufzuzeigen. Die vielseitig einsetzbaren Elemente dieses Konzeptes können im Rahmen einer Präventionsmaßnahme in der Schule, in der Jugendhilfe, sowie in der offenen interkulturellen Jugendarbeit verwendet werden.

Referent: Prof. Dr. Ahmet Toprak
Termin: Mittwoch, 23. April 2008, 18:00 - 20:00 Uhr
Veranstaltungsort: FH Dortmund, Sonnenstr. 96, Raum F 211

6. Mai 2008 - "Homeschooling, Bildungsfreiheit, Familylearning."

Der Bundesgerichtshof / BGH hat in seinem Urteil vom 11. Sept. 2007 (XII ZB 41/07) erklärt, der teilweise Entzug des elterlichen Sorgerechts sei rechtens, wenn Kinder aus religiösen Gründen nicht zur Schule geschickt und zu Hause unterrichtet werden. Nun ist zu beobachten, dass der Sorgerechtsentzug inzwischen exzessiv ausgelegt wird: Nicht allein religiöse Gründe / nicht nur teilweiser Entzug / Diskriminierung jegliche Form von schulfreier häuslicher Bildung. Dieser deutsche Schulzwang ist einzigartig in Europa und in der "zivilisierten Welt". Seine Wurzeln liegen u.a. im nationalsozialistischen Bildungsverständnis von 1938 und vor allem in einer fehlenden Informiertheit über die internationale Homeschooling-Szene. Der hier deutlich werdende Widerspruch im Grundgesetzes zwischen Elternrecht (Art. 6), Glaubens- und Gewissensfreiheit (Art. 4) einerseits und Schulpflicht / Schulzwang (Art 7) andererseits wird kaum diskutiert. Das Thema einer staatlich kontrollierten "Mindestbildung" und deren Definition wird in der Wissenschaft und in den Schulämtern ebenfalls kaum gestellt.

Referent: Prof. Dr. Franco Rest
Termin: Dienstag, 6. Mai 2008, 18:00 - 20:00 Uhr
Veranstaltungsort: FH Dortmund, Sonnenstr. 96, Raum F 211

20. Mai 2008 - "Gewalt bei Kindern und Jugendlichen"

Prof. Dr. Christian Pfeiffer präsentiert in seinem Vortrag Ergebnisse aus Untersuchungen, in denen die Nutzung der Medien von Kindern und Jugendlichen analysiert wurde. Sie weisen überraschend Parallelen zu den Ergebnissen der drei PISA-Studien auf.

Besteht nun ein Zusammenhang zwischen schlechten schulischen Leistungen und dem Konsum von Medien und deren Inhalten? Anhand der Studien lässt sich klar belegen: Je mehr Zeit Schülerinnen und Schüler mit Medienkonsum verbringen und je brutaler dessen Inhalte sind, desto schlechter fallen die Schulnoten aus.

Wenn sie Fragen haben oder ihre eigene Meinung zum Thema einbringen möchten, haben sie im Anschluss Gelegenheit dazu. Wir freuen uns auf ihr zahlreiches Erscheinen!

Referent: Prof. Dr. Christian Pfeiffer
Termin: Dienstag, 20. Mai 2008, 18:00 - 20:00 Uhr
Veranstaltungsort: FH Dortmund, Sonnenstr. 96, Raum F 211

03. Juni 2008 - "Einmal sechs Richtige und andere Mathe-Wunder"

Mathematik kann faszinierend sein. Sie bietet nicht nur unglaubliche geistige Abenteuer, sondern ist auch die Basis für viele nützliche Anwendungen. Im Mittelpunkt dieses Vortrags steht der alltägliche Bezug der Mathematik, denn sie ist weit mehr als Rechnen. Vielmher macht sie erfahrbar, wie weit man mit dem Denken kommen kann. Sie ist nicht nur extrem nützlich, sondern macht sogar glücklich! Den Beweis dazu tritt Prof. Dr. Beutelspacher in seinem Vortrag an.

Referent: Prof. Dr. Beutelspacher, Universität Gießen
Termin: Dienstag, 03. Juni 2008, 17.00 - 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Fachhochschule Dortmund, Sonnenstr. 96, Raum F 211

17. Juni 2008 - "Edith Stein und Rosa Luxemburg: Frauenleben zwischen Bekenntnis und Hass"

Zwei Namen, zwei Programme und doch Parallelen. Die aktuellen Debatten zum Verhältnis von christlichem und kommunistischem Denken und Handeln machen es notwendig oder doch zumindest sinnvoll, an den Lebensentwürfen dieser beiden Frauen, Rosa Luxemburg und Edith Stein, die eigenen Lebensentwürfe zu besinnen. Edith Stein wurde vor 10 Jahren von der katholischen Kirche heilig gesprochen; der Todestag Rosa Luxemburgs wird sich im Januar 2009 zum 90. Male jähren. Sie lebten etwa zur gleichen Zeit, sie entstammten beide jüdischen Familien, hatten beide promoviert, waren beide ausgezeichnete Rednerinnen und wurden beide aus vergleichbarer Gesinnung umgebracht. Ob ihr Leben und ihr Werk für heutige Identifikationssuche zum Modell werden kann, vermag der Vortrag nicht zu beantworten. Aber es lohnt sicher, sich auf diese Frauenleben einzulassen.

Referent: Prof. Dr. Franco Rest, Fachhochschule Dortmund 
Termin: Dienstag, 17. Juni 2008, 18.00 - 20.00 Uhr
Veranstaltungsort: Fachhochschule Dortmund, Sonnenstr. 96, Raum F 211

25. Juni 2008 - "Kreativität überall. Inszenierung – Kunst oder Sozialtechnik?"

Prof. Dr. Hans Ulrich Reck, Professor für Kunstgeschichte im medialen Kontext an der Kunsthochschule für Medien in Köln, problematisiert den inflationär gebrauchten Kreativitätsbegriff in wissenschaftlichen und künstlerischen Kontexten. Mit diesem Vortrag wird eine Vortragsreihe unter dem Titel "Bilder der Wissenschaften - Konstruktion, Inszenierung, Evidenz" des FB Design eingeleitet.

"Vor allem aber muß alles Lernen in einer Virtualität aufgefangen sein, damit es lebendig bleibt. Insofern hat Kunst nichts mit "höheren Ebenen" zu tun, erst recht nichts mit Können. Und schon gar nicht mit Routine oder Virtuosität der technischen Beherrschung irgendwelcher Ausdrucksmittel. Solche Kunst hat es vorrangig mit der Fähigkeit zu tun, wahrnehmend als Problem zu erkennen, was sonst nicht als Problem gesehen wird, nicht selten, weil es angeblich zu trivial sei. Es ist die Nähe der Künste zum Selbstverständlichen und "Gewöhnlichen", welche die moderne Kunst an solche Fähigkeiten des Verlernens und radikale Innovation bindet. ... Das Verfahren der Inszenierung der Paradoxien ist im Reich der Kunst mittlerweile selber paradox geworden." (Hans Ulrich Reck: Der Eigensinn der Bilder. Kunsttheorie oder Bildphilosophie, München 2007.)

Referent: Prof. Dr. Hans Ulrich Reck, Kunsthochschule für Medien in Köln
Termin: Mitwoch, 25. Juni 2008, 18.00 Uhr
Veranstaltungsort: Fachhochschule Dortmund,
FB Design, Max-Ophüls-Platz 2, Raum Aula R135
 
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gedruckt am: 22.05.2012  17:16