Familiengerecht „für Fortgeschrittene“

Dass die Fachhochschule Dortmund zu Recht das Attribut „familiengerecht“ trägt, wurde ihr bereits 2008 mit dem Zertifikat der berufundfamilie-Initiative der Hertie-Stiftung bescheinigt. Nun wurde diese Auszeichnung für weitere drei Jahre bestätigt. „Damit hat die FH die Hürde „für Fortgeschrittene“ genommen“, freut sich FH-Prorektor Gerd Erdmann-Wittmaack, der am 25. Mai die Auszeichnung in Berlin entgegennahm.

 

Die familienfreundliche Atmosphäre, die in den vergangenen drei Jahren weiter etabliert werden konnte, kommt gut an bei den Studierenden: Immerhin sieben Prozent haben eine eigene Familie und nutzen die vielfältigen Angebote der FH, von kindgerechten Arbeits- und Aufenthaltsräumen über ein spezifisches Beratungsangebot im Eltern-Kind-Service bis hinzu Notfallregelungen. Denn wenn einem studierenden Vater just am Tag der mündlichen Prüfung das Kind akut erkrankt, braucht er eine schnelle Einzelfallentscheidung – am besten einen neuen Prüfungstermin.

 

In der zweiten Phase stehen nun weitere Schritte im Fokus: Teilzeit-Studiengänge und Blended Learning bzw eLearning-Angebote entlasten Eltern direkt im Studienalltag. Auch das Thema Pflege ist in der FH Dortmund angekommen. Denn nicht nur Kinder erfordern Flexibilität im Beruf, in der alternden Gesellschaft können ältere oder kranke Angehörige Zeit und Aufmerksamkeit benötigen. „Dabei müssen wir die Familien immer vor dem jeweiligen kulturellen Hintergrund betrachten, gegenseitige Verpflichtungen werden sehr unterschiedlich gelebt“, betont Gleichstellungsbeauftragte Bettina Long. „Die Kultur in der Hochschule hat sich bereits merklich geändert. Jetzt ist es an der Zeit, die Familienfreundlichkeit in allen Bereichen konsequent weiter zu verfolgen. Denn mit dem Zertifikat wächst auch die Erwartungshaltung bei Beschäftigten wie Studierenden.“

 

So ist es für zukünftige Professorinnen und Professoren wichtig, dass auch der Lebenspartner oder die Partnerin eine berufliche Perspektive im Ruhrgebiet findet. „Das Thema Dual Career können wir nicht allein stemmen – dafür brauchen wir ein gutes Netzwerk in der Region“, bestätigt Erdmann-Wittmaack als Prorektor für Marketing und regionale Einbindung. Das Zertifikat „familiengerechte hochschule“ bzw. „berufundfamilie“, das nun 256 Arbeitgeber tragen, weist den Weg zu Gleichgesinnten.

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gedruckt am: 22.05.2012  16:27