Bachelor & Master

Mit der Novellierung des Hochschulrahmengesetzes vom 20. August 1998 ist den deutschen Hochschulen die Möglichkeit eingeräumt worden, Studiengänge mit den international gebräuchlichen Abschlüssen Bachelor/Bakkalaureus und Master/Magister in ihr Studienprogramm aufzunehmen. Die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge ist nicht nur als ein wesentlicher Beitrag zur Studienstrukturreform in Deutschland, sondern zugleich als zentraler Bestandteil der Bestrebungen auf europäischer Ebene zu verstehen, im Zuge des Bolognaprozesses einen europäischen Bildungsraum mit einem kompatiblen zweistufigen Studiensystem zu schaffen.

Die neuen Studiengänge unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von den herkömmlichen Diplom- und Magisterstudiengängen. Dies gilt insbesondere für die Modularisierung der Inhalte, die Einführung von ECTS, den Einsatz der neuen Medien, die internationale Ausrichtung, die Arbeitsmarktorientierung (Employability) und die Vermittlung überfachlicher Schlüsselqualifikationen. Die Einführung der gestuften Studiengänge in Verbindung mit der Akkreditierung als neuem Qualitätssicherungsinstrument bedeutet für die Hochschulen, und das heißt sowohl für Lehrende als auch für Studierende, sich von vertrauten Strukturen zu verabschieden. Denn die bisher üblichen Diplom- und Magisterstudiengänge werden nicht durch den Einsatz neuer Begrifflichkeiten zu Bachelor- und Masterstudiengängen, sondern durch eine grundlegende Neustrukturierung der Studienangebote, die den geänderten Rahmenbedingungen und damit den geänderten Anforderungen an die Hochschulen und Absolventinnen und Absolventen Rechnung trägt.

Bei aller berechtigten Kritik an der gelegentlichen Schlagwortlastigkeit der Reformdiskussion sind die Herausforderungen nicht zu leugnen, die sich aus der zunehmenden internationalen Verflechtung, der Notwendigkeit lebenslangen Lernens, den Veränderungen in der Berufswelt, der sich beständig verringernden Halbwertszeit des Wissens oder dem Problem hoher Abbrecherquoten ergeben. Mit der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen ist den Hochschulen ein Instrument an die Hand gegeben worden, um auf die aktuellen Herausforderungen eigenverantwortlich reagieren zu können. Auch die Akkreditierung, die an die Stelle der zeitaufwändigen und innovationshemmenden Praxis der Rahmenprüfungsordnungen getreten ist, folgt der Intention, die Einhaltung von Qualitätsstandards zu gewährleisten, ohne die Entwicklung neuer Studiengänge durch die Vorgabe detaillierter Kriterienkataloge von vornherein zu reglementieren.
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gedruckt am: 02.09.2014  13:34