Die große Bandbreite an Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten kennen zu lernen, das optimale „Modell“ für die eigene Vorhabenfinanzierung zu finden oder kompetente Ansprechpartner der verschiedenen Finanzierungs- und Förderinstitutionen anzutreffen, dies waren die überwiegenden Motive für den Besuch dieser Veranstaltung am 26. Oktober 2010 an der Fachhochschule Dortmund. Die damit verknüpften Erwartungen konnten durchweg erfüllt werden.
Nach einer Begrüßung durch die Vorstandsvorsitzende der InnovationsAllianz NRW Frau Prof. Schäfer-Richter gaben die Gründungslotsen der beiden beteiligten Dortmunder Hochschulen einen Überblick über die Unterstützungsangebote des Gründungsnetzwerkes G-DUR. Sebastian Hanny, Gründungslotse der TU Dortmund, und Erdme Brüning, Gründungslotsin der Fachhochschule Dortmund, stellten die unterschiedlichen Netzwerkangebote wie z.B. das Lehrangebot der TU, die Leistungen der Gründungslotsen, den start2grow-Gründerwettbewerb und die Starterbüros der regionalen Technologiezentren vor. Auch Projekte für spezifische Zielgruppen wie kultur.unternehmen.dortmund (Kultur- und Kreativbereich) und FHDurchStarter (Gründungen aus Fachhochschulen) wurden thematisiert. Greifbare Tipps gab es in diesem Kontext außerdem zu den beiden Förderprogrammen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie „EXIST-Gründerstipendium“ und „EXIST-Forschungstransfer“.
Spannend ging es weiter mit Frau Dr. Ute Günther, Vorstand des Business Angels Netzwerk Deutschland e.V. (BAND), und damit Vertreterin des.InnovationsAllianz-Partners für die Reihe „Berufsoption Unternehmer/in“. Mit ihrer lebhaften Art und der bildlichen Sprache gelang es ihr, ein sehr genaues Bild von einem Business Angel aufzuzeigen. Was ist ein Business Angel, wie sieht sein Engagement aus, was sind seine Motive, wie erreicht man ihn, welche Erwartungen hat er an einen Gründer, eine Gründerin, gibt es auch Business Devils? Diese und weitere Fragen wurden anschaulich geklärt. So konnten die Teilnehmenden recht gut für sich entscheiden, ob das Engagement eines Business Angels grundsätzlich für das eigene Vorhaben in Frage kommt und worauf sie ggf. achten sollen.
Damit nicht alles graue Theorie bleibt, wurde ein Best practice-Fall vorgestellt. Dr. Christian Klimmek, Gründer der SimuForm GmbH stand Moderator Hartmut Koch Rede und Antwort. Sein Bericht über die eigene Gründung und die gelungene Finanzierung durch Business Angel, High-Tech Gründerfonds und VC-Geber war hochinteressant
Zum Abschluss gab es eine anregende Diskussionsrunde mit Vertretern und Vertreterinnen verschiedener Finanzierungsinstitutionen. Frau Susanne Kuchem stellte dabei die Beteiligungsmöglichkeiten des High Tech-Gründerfonds vor, Peter Schröder erläuterte den ERP-Startfonds der KfW Mittelstandsbank, Gerhard Steinkamp thematisierte den Fonds der SeedCapital Dortmund GmbH. Die Möglichkeiten einer Finanzierung unter Einbeziehung von Business Angels erörterten Torsten Klink von der NRW.BANK win Business Angels Initiative sowie Georg Marekwica, selbst langjährig erfahrener Business Angel.
Tenor der Diskussion war, dass sich die Finanzierer durchaus mehr Unternehmensgründungen aus Hochschulen wünschen, die sie unterstützen können. Auf der anderen Seite wünschten sich die Hochschulvertreter Finanzierungsinstrumente, die noch besser auf Hochschulgründungen zugeschnitten sind. Programme also, die nicht nur auf große bzw. wachstumsstarke High-tech-Gründungen abzielen.
Den gut 35 Teilnehmern war die Notwendigkeit einer ausgereiften Finanzierungsplanung im Vorfeld der Unternehmensgründung und im Verlaufe der Unternehmensentwicklung zwar durchaus bewusst, die Fülle an Möglichkeiten überraschte sie jedoch. Entsprechend wurde vom Angebot, die Experten vor Ort hinsichtlich der eigenen Planungen zu befragen, in der Pause und beim abschließenden get together rege Gebrauch gemacht.
Erdme Brüning
02.11.2010