Zwei Forschungspreisträger - zwei Gebiete, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Prof. Dr. Dr. habil. Hans-Gerd Lipinski analysiert Bilddaten aus dem menschlichen Körper, Prof. Jörg Winde stellt historische Aufnahmen exakt nach. Beide wurden für ihre Arbeiten mit dem Forschungspreis der Fachhochschule Dortmund ausgezeichnet, gestiftet von der Fördergesellschaft der Fachhochschule. Und beide stellten am 22. März 2010 ihre ausgezeichneten Projekte beim Forschungsfrühstück im Ratssaal des Dortmunder Rathauses vor zirka 70 Gästen vor - bildhaft, wie die Themen es anboten.
Denn bildgebende Verfahren spielen in der Medizin für die Diagnostik und für die Therapiekontrolle eine herausragende Rolle und sind auch für die biomedizinische Forschung unentbehrlich. Durch die Nutzung modernster Geräte eröffnen sich für die Auswertung und Darstellung der Bildinformation besonders interessante Fragestellungen, mit denen sich Prof. Lipinski seit drei Jahrzehnten wissenschaftlich auseinandersetzt. Die von ihm am Fachbereich Informatik gegründete Arbeitsgruppe „Biomedical Imaging Group" entwickelt Methoden zur rechnergestützten Darstellung und Analyse solcher Bilddaten, die beispielsweise mit Hochleistungs-Kernspintomographen (MRT), Positron-Emissions-Tomographen (PET) und Computertomographen erzeugt wurden. Diese mit unterschiedlichen Messtechniken arbeitenden Maschinen liefern Bilddaten aus dem menschlichen Körper, die mit informatischen Methoden zusammengeführt werden. Die neuen Methoden ermöglichen es, diese Daten adäquat zu visualisieren, Signale nach bestimmten Kriterien zu selektieren oder biomedizinische Prozesse zu klassifizieren.
In einem außergewöhnlichen Projekt ließ der zweite Forschungspreisträger, Prof. Jörg Winde, seine Studierenden erst in die Archiv-Tiefen der Emschergenossenschaft in Essen eintauchen, um Unmengen von Material zu sichten, und schickte sie dann auf die Jagd nach dem zweiten Bild: 40, 50 oder 60 Jahre nach der Originalaufnahme besuchten sie für „Revisited. Fotografie & Archiv" unter seiner Leitung die Schauplätze von historischen Aufnahmen, die sie im Bestand des Kooperationspartners Emschergenossenschaften aufgespürt hatten. Ziel war, die ausgewählten Motive unter Maßgabe einer exakten Nachstellung neu zu fotografieren. Was hat sich verändert, was ist gleich geblieben? Die in dem Vergleich zwischen damals und heute sichtbar gemachten strukturalen Veränderungen der Emscherlandschaft bildeten im dritten Projektabschnitt die Grundlage für eine vertiefende und persönliche fotografische Auseinandersetzung mit den gewählten Orten. Die Bandbreite dieser freien Arbeiten reichte von Wasserschäden in Martener Kellern, über Kumpels a. D. bis zu Landschafts- und Architekturaufnahmen. Alle drei Aspekte von „Revisited" wurden im Rahmen einer Ausstellung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte im Sommer 2009 präsentiert. Mit Schauplätzen an der Seseke in Lünen, Kamen und Bergkamen und dem neuen Kooperationspartner Lippeverband wurde das Projekt mittlerweile fortgesetzt.
